Die britische Nordsee-Öl- und Gasindustrie treibt das Land seit über 50 Jahren an. Doch die Entscheidung derG-Regierung im Novemberhaushalt, die Energy Profits Levy (EPL) bei 38 % festzuhalten – was einem Hauptsteuersatz von 78 % entspricht – bedrohte diese Ressource innerhalb von Minuten.
Während die heimische Produktion unter restriktiven Lizenzregelungen und dem schädlichen EPL schwächelt, verlieren Tausende qualifizierte Arbeitskräfte Arbeitsplätze, die öffentlichen Einnahmen schrumpfen und die Energiesicherheit des Vereinigten Königreichs alarmierend fragil wird. Die überarbeiteten Prognosen der North Sea Transition Authority (NSTA) (Nov. 2025) sprechen Bände: Die prognostizierte Öl- und Gasproduktion für 2030 beträgt 33 Millionen Tonnen, gegenüber 74 Millionen Tonnen im Jahr 2022. Das ist eine Halbierung der Produktion in nur acht Jahren.
Die Regierung führt ideologisch ohne Debatte oder Logik. Die Wiederherstellung von Investitionen in der Nordsee bedeutet nicht, Klimaverpflichtungen aufzugeben; Es ist notwendig, Arbeitsplätze zu sichern, die Wirtschaft zu stabilisieren und eine Brücke zu einer saubereren Energiezukunft zu erhalten. Wie können Unternehmen in diese Zukunft investieren, wenn sie ins Ruin getrieben werden?
Das Ignorieren dieser Realitäten birgt das Risiko eines weiteren Verlusts an Branchenexpertise und die Übergabe der Energieunabhängigkeit Großbritanniens an volatile globale Marken – ohne ökologischen Vorteil, da wir weiterhin Öl und Gas aus dem Ausland importieren.
Die britische Inlandsproduktion ist entscheidend – um den Mythos des 'Preisnehmers' zu entkräften
Gegner der neuen Lizenzierung in der Nordsee behaupten, das Vereinigte Königreich sei lediglich ein "Preisnehmer" und deuten darauf hin, dass die britische Inlandsproduktion Preise oder Sicherheit nicht sinnvoll beeinflussen kann. Dies ist eine kurzsichtige und gefährlich enge Sicht auf Energieökonomie.
Die heimische Produktion verringert die Aussetzung globaler Lieferschocks, Transportengpässe und feindlicher Zulieferer – Deutschlands Abhängigkeit von russischem Gas sollte Warnung genug sein. Sie schützt das Vereinigte Königreich vor Preisschwankungen und stärkt seine internationale Verhandlungsmacht. Der europäische Wettlauf um LNG-Ladungen im Jahr 2022 nach Russlands Invasion in der Ukraine unterstreicht, dass Energieunabhängigkeit eine Frage der nationalen Sicherheit ist.
Sie hält auch Gewinne, Arbeitsplätze und Steuern in Großbritannien bei. Und es ist umweltfreundlicher: Die NSTA selbst bestätigte, dass importiertes Gas mehr als doppelt so viel CO₂ wie im Vereinigten Königreich produziertes Gas aufweist.
Wir haben eine Fülle von Ressourcen direkt vor unserer Haustür. Offshore Energies UK (OEUK) schätzt, dass bis zu 7,5 Milliarden Barrel Öl und Gas in britischen Gewässern noch ungenutzt sind, was unserer Wirtschaft 165 Milliarden Pfund entspricht. Das zu unterbinden und gleichzeitig auf teurere, kohlenstoffreichere Importe zu setzen, ist wirtschaftlicher und ökologischer Wahnsinn.
Wie die Wiederherstellung von Investitionen und die Abschaffung der EPL den Einnahmen schaden würden
Die EPL, die als Reaktion auf einen vorübergehenden Anstieg der Ölpreise nach Covid eingeführt wurde, untergräbt nun die Einnahmen, die sie eigentlich einbringen sollte. Die Steuereinnahmen sind von 9 Milliarden Pfund im Jahr 2022-2023 auf 4,5 Milliarden Pfund im Jahr 2024-2025 gesunken, trotz der Strafsätze.
Die Abgabe hat zu Stornierungen geführt, Unternehmen und ihre Lieferketten in die Insolvenz getrieben und große Investoren ins Ausland gezwungen. Die OEUK schätzt, dass eine Reform der EPL und die Wiedereröffnung des Sektors für Investitionen bis 2050 zusätzliche 12 Milliarden Pfund an Steuereinnahmen generieren und 23.000 weitere britische Arbeitsplätze unterstützen könnten.
Die Realität ist, dass das Vereinigte Königreich Öl und Gas jahrzehntelang benötigen wird, selbst in schnellen Netto-Null-Szenarien. Das Blockieren neuer Produktion überträgt lediglich Arbeitsplätze, Investitionen und Steuern an ausländische Produzenten, während wir weiterhin globale Energiepreise zahlen.
Ein pragmatischer Weg für Großbritannien
Die eigentliche Wahl ist nicht Öl und Gas versus erneuerbare Energien. Es geht zwischen einem starken, gut regulierten heimischen Sektor, der britische Arbeitnehmer, Energiesicherheit und öffentliche Mittel unterstützt, oder einer schrumpfenden Industrie, die ihre Gewinne und Fachkenntnisse ins Ausland exportiert.
Die Regierung hat die Gelegenheit verpasst, Vertrauen in die britische Industrie zu zeigen. Eine dringende Steuerreform ist jetzt unerlässlich. Wenn der EPL bis 2030 bleibt, wird der Investitionsexodus irreversibel sein.
Es gibt Lösungen. Als ersten Schritt könnte die britische Regierung die EPL sofort durch den vorgeschlagenen Öl- und Gaspreismechanismus ersetzen. Dies würde nur echte Geldgewinne besteuern, Einnahmen aus außergewöhnlichen Gewinnen erzielen und stabile, vorhersehbare und tragfähige fiskalische Bedingungen für die Branche unter normalen Bedingungen wiederherstellen.
Großbritannien muss entschlossen handeln: Steuerpolitik reformieren, Investitionen freisetzen, Fähigkeiten erhalten und dem Energiesektor die Sicherheit geben, die für einen sicheren und kontrollierten Übergang erforderlich ist.