Lkw, die das Gelände in Lillo, Antwerpen, nach dem Verladen von Plastikpellets verlassen wollen, müssen zunächst die sogenannte Blow-Off-Linie passieren. Diese 'Dry Car Wash' für Lkw bläst effizient, sicher und präzise Plastikpellets weg, die beim Beladen auf dem Deck oder Fahrgestell des Lkws geblieben sind. INEOS investierte 700.000 Euro in die überdachte Abblasleitung, um zu verhindern, dass verlorene Pellets das Gelände verlassen und in der Natur landen. Die Installation der Abblasstraße ist das letzte Stück einer Reihe von Maßnahmen, die bereits seit einiger Zeit auf dem Gelände angewendet werden, um den Verlust von Pellets auf null zu reduzieren.
Kontrollstempel
Mit der neuen Blow-off-Linie legt INEOS einen Gang auf im Kampf gegen den unbeabsichtigten Verlust von Plastikpellets – ein Punkt, der schon lange ganz oben auf der Agenda steht. Die Pellets werden als Rohstoff für alle Arten von Kunststoffprodukten verwendet. Früher wurden Lastwagen systematisch von Hand kontrolliert: Überschüssige Pellets, die nach dem Beladen übrig blieben, wurden vom Fahrer weggeblasen und anschließend weggefegt, um zu verhindern, dass sie beim Wegfahren am Straßenrand landeten. Ein Steward kontrollierte alle Lastwagen, bevor sie ausfahren konnten.
Ab jetzt wird dies automatisiert und der Fahrer wird von allen Sorgen befreit sein. Die Abblasleitung lässt sich am besten mit dem Föhnen eines Autos in einer klassischen Autowaschanlage vergleichen. Das Prinzip ist dasselbe: Der LKW fährt mit niedriger Geschwindigkeit durch die Anlage, wobei leistungsstarke Gebläse alle zurückgebliebenen Kunststoffpellets wegblasen – selbst an schwer erreichbaren Stellen am Lkw. Die Pellets werden in Gittern gesammelt und aufgesaugt, damit sie wiederverwendet oder recycelt werden können. Nach diesem 'Waschen' erhält der Fahrer einen Stempel: Ohne diesen kann der Lkw das Gelände nicht verlassen.
Sieh dir an, wie die Blow Off Street im Animationsfilm funktioniert:
Jede Kugel ist eine zu viel
Am INEOS-Standort an der Scheldelaan in Lillo verlassen täglich sechzig Lkw mit Großgütern das Gelände. Messungen zeigen, dass die Mehrheit davon das Gelände heute praktisch 'pelletfrei' verlässt: In 98 % der Fälle sind 0 bis 9 Pellets am Lastwagen (maximal 0,3 Gramm). Mit der Abblaslinie kann INEOS nun auch verhindern, dass die letzten verbliebenen Pellets mit einem abfahrenden Lkw 'mitfahren'.
"Unser Ziel ist es, den Verlust auf null oder keinen Pelletverlust zu reduzieren", sagt Philippe Neirynck, Manager der Logistikoperationen. "Jede Kugel ist eine zu viel."
INEOS plant eine weitere Installation einer ähnlichen Abblasleitung im Hafen von Antwerpen am Standort Zandvliet (Styrolution) später in diesem Jahr.
Der Stadtrat des Hafens von Antwerpen, Annick De Ridder, fuhr mit uns durch die Blow-off-Straße (mehr dazu unter dem Foto).

Schließung der Schlupflöcher
Die winzigen Pellets erfordern einen integrierten Ansatz, um sie auszutricksen.
Philippe Neirynck, Logistikbetriebsleiter:
"Wir halten das Gelände 'pelletfrei', indem wir Trenngruben und Wände verwenden, um das Ableiten von Pellets in den Rand zu verhindern. Außerdem optimieren wir unsere Ladeprozesse kontinuierlich, um Pelletverluste an der Quelle zu verhindern: Zum Beispiel arbeiten wir mit maßgeschneiderten Halsbändern um die Laderohre, um Pelletspritzer beim Beladen aufzufangen. Einmal pro Woche fegen wir den Felsstreifen entlang des Scheldelaans, auf dem die Lastwagen mit einem Besenwagen zu ihrem Ziel fahren, um zu verhindern, dass Pellets über das Abwassersystem in die Schelde gelangen. Die Tatsache, dass kaum Pellets gefunden werden, ist ermutigend. Dieser Puffer bleibt jedoch wichtig, um die Schlupflöcher zu schließen."
Jedes Glied in der Kette zählt
Angesichts der komplexen Logistikkette ist es sehr wichtig, die verschiedenen Akteure auf die Bedeutung von Präventionsmaßnahmen aufmerksam zu machen. Operation Clean Sweep, eine Initiative des Europäischen Kunststoffverbands PlasticsEurope, vereint Branchenunternehmen und Logistikpartner, um einen gemeinsamen Ansatz im Kampf gegen den Verlust von Plastikpellets zu verfolgen. INEOS ist seit dem Start in Belgien im Jahr 2017 von Anfang an Mitglied und legt großen Wert darauf, die eigenen Mitarbeiter und Logistikpartner an den Produktionsstandorten für das Programm zu sensibilisieren.
Annick De Ridder, Ältester des Hafens:
"Bereits im Oktober 2017 war der Hafen von Antwerpen der allererste Hafen Europas, der sich dem 'Operation Clean Sweep'-Programm anschloss, einer Initiative der europäischen Kunststoffföderation PlasticsEurope. Industrie, Logistikunternehmen und der Transportsektor übernehmen gemeinsam mit der Hafenbehörde die Führung, um zu verhindern, dass Plastikpellets in die Umwelt gelangen. Kunststoffe haben einen wichtigen Platz in unserem Hafen, aber niemand möchte sehen, dass Pellets im Hafenwasser oder in der Natur landen. Daher begrüße ich Hersteller wie INEOS dafür, dass sie weiterhin in zusätzliche Maßnahmen investieren, um Nulltoleranz zu erreichen."
Saskia Walraedt, Direktorin essenscia PolyMatters :
"Operation Clean Sweep ist viel mehr als nur 'vor der eigenen Tür fegen'. Jedes Glied in der Kette trägt eine Verantwortung. Die im Hafengebiet eingerichtete Zusammenarbeit ist eine einzigartige Plattform für den Austausch guter Praktiken und wird von PlasticsEurope Belgien, essenscia, der Hafenbehörde, Alfaport Voka und dem Verkehrsverband Febetra vorangetrieben. Das Ziel ist klar. Alle Nasen sind in die gleiche Richtung: keine Plastikpellets in der Natur. Mit dieser Investition unterstreicht INEOS das gemeinsame Engagement, gemeinsam auf null Pelletverlust hinzuarbeiten."