Die bahnbrechende Entscheidung von INEOS, Schiefergas aus Nordamerika auszuführen, hat den Weg für neue Investitionen auf europäischem Boden bereitet.
Diese kostengünstigen Rohstoffe sollen jetzt im Rahmen von Plänen zur Erweiterung der Ethylen- und Propylen-Produktion für diverse INEOS-Geschäftsbereiche in Europa eingesetzt werden.
Die Mengen aus der neuen Produktion sollen den Derivat-Geschäften von INEOS zugeführt werden, und zwar als Ersatz für das Ethylen und Propylen, das derzeit von anderen Herstellern hinzugekauft wird.
Alles in allem sind Investitionen von nahezu 2zwei Milliarden. Euro in neue petrochemische Anlagen in Europa geplant, wobei Belgien, Norwegen und Schottland als Standorte für bedeutende Investitionen infrage kommen.
„Ohne den Zugang zu kostengünstigeren Rohstoffen wären diese Investitionen nicht möglich“, so Gerd Franken, CEO von INEOS Olefins & Polymers North.
Die Arbeiten zum Ausbau der Krackanlagen in Rafnes, Norwegen, und Grangemouth, Schottland, werden voraussichtlich 2019 beginnen. Nach der Fertigstellung könnten sie INEOS‘ Gesamtproduktionskapazität von Ethylen um bis zu 900 Kilotonnen erhöhen.
Außer den Investitionen in Ethylen plant INEOS auch den Bau einer neuen Anlage für die Produktion von 750 Kilotonnen Propylen, wobei Antwerpen in Belgien einer der möglichen Standorte sein könnte.
„Der Einsatz kostengünstiger Rohstoffe zur Erhöhung der Selbstversorgung unserer europäischen Betriebe wird unsere Position in Europa stützen und helfen, unsere Geschäfte vor dem Druck durch Importprodukte zu schützen“, so Gerd Franken. „Dies wird zunehmend wichtiger, da im Laufe der nächsten Jahre in den USA bedeutende neue Kapazitätserweiterungen stattfinden werden.“
Der Beschluss über den Ausbau der Kapazitäten am Standort Grangemouth ist eine besonders gute Nachricht für die Beschäftigten dieses Standorts, die im Jahr 2013 eine mögliche Schließung der Ethylen-Produktionsanlage aufgrund der schwindenden Mengen an Nordseegas zu befürchten hatten.
„Das war unser einziger Rohstoff, der dabei war, uns auszugehen“, so John McNally, CEO von INEOS Olefins & Polymers UK. „Phasenweise war die Anlage nur zu 50 Prozent ausgelastet.“
Laut den Aussagen des INEOS-Vorstandsvorsitzenden Jim Ratcliffe wären dies die ersten bedeutenden Investitionen in die petrochemische Industrie in Europa seit vielen Jahren.
„Zusammen entsprechen diese Investitionen dem Bau einer neuer Krackgroßanlage in Europa“, sagt er.
Nach Meinung von Pete Williams, Leiter Investor Relations, zeigten diese Investitionen, durch die insgesamt bis zu 100 neue Arbeitsplätze geschaffen werden könnten, dass INEOS sich verpflichtet fühlt, die Wettbewerbsfähigkeit des Produktionsstandorts Europa aufrechtzuerhalten.
INEOS produziert derzeit nahezu 4,5 Millionen Tonnen Ethylen und Propylen – die wesentlichen Bestandteile vieler Petrochemikalien – wobei es dennoch weiterhin der größte Einkäufer beider Rohstoffe in der Region bleibt.