INEOS Inovyn erweitert sein Angebot an nachhaltigem PVC
EIN UNTERNEHMEN von INEOS, das Geschichte geschrieben hat, als es begann, aus Holzzellstoff hergestelltes PVC anstelle von aus rein fossilen Brennstoffen hergestelltem PVC zu verkaufen, hat weitere Fortschritte gemacht. Inovyn hat nach dem Erfolg von BIOVYNTM jetzt zwei weitere, gleichermaßen nachhaltige PVC-Produkte vorgestellt.
„Tatsächlich stehen uns Produkte der Zukunft schon heute zur Verfügung“, erklärt Audrey Debande, Sustainability Business Development Manager in Belgien.
Die Produkte BIOVYNTM, NEOVYNTM und RECOVYNTM werden inzwischen erfolgreich an Kunden vermarktet, die entweder Treibhausgasemissionen oder Kunststoffabfälle reduzieren möchten.
„Wir wissen, dass unsere Kunden das wollen und auch erwarten“, so Debande.
Als Inovyn im Jahr 2019 BIOVYNTM auf den Markt brachte, war man sich im Unternehmen nicht sicher, wie der Markt auf ein Produkt reagieren würde, das zwar die CO2-Emissionen um über 90 % reduziert, aber auch deutlich teurer als auf herkömmliche Weise hergestelltes PVC ist.
Aber die Nachfrage bestand, weshalb Inovyn weiter das tun konnte, was es am besten kann: Innovationen schaffen.
„Dadurch wurden wirklich die Weichen für die Entwicklung unserer zukünftigen nachhaltigen Produkte gestellt“, so Audrey Debande weiter.
Seit seiner Markteinführung wird BIOVYNTM in einer Vielzahl von Anwendungen verwendet, u. a. in Fahrzeugen, Bekleidung, Teppichen und Bodenbelägen, im Gebäude- und Bausektor sowie in Prothesen – und auf lange Sicht wird es Inovyns Netto-Null-Option sein.
Um den sich ändernden Kundenbedürfnissen weiterhin gerecht zu werden, brachte Inovyn NEOVYNTM auf den Markt. Dabei handelt es sich um ein innovatives, kostengünstigeres Produkt für Kunden, die kurzfristig ihre Kohlenstoffbilanz verbessern möchten und selbst Produkte mit niedrigem CO2-Fußabdruck auf ihrem Markt anbieten.
Mit einer Reduzierung des CO2-Fußabdrucks um 37 % unterhalb des europäischen Industriedurchschnitts für Suspensions-PVC sorgt NEOVYNTM in Sachen Kohlenstoffbilanz für einen wahren Quantensprung.
„NEOVYNTM stellte eine größere Herausforderung dar, weil wir den wirtschaftlichsten Weg finden mussten, um unseren CO2-Fußabdruck zu senken, ohne unsere Glaubwürdigkeit zu gefährden“, so Debande.
Demzufolge musste das Unternehmen in die Verwendung von erneuerbarem Wasserstoff und andere Formen von grüner Energie während des Produktionsprozesses investieren – beides entscheidende Schlüsselfaktoren, die Inovyn bei der Dekarbonisierung unterstützen.
Das dritte Produkt des Unternehmens ist RECOVYNTM, welches ausschließlich aus Kunststoffabfällen hergestellt wird, die derzeit nirgendwo anders recycelt werden können.
„Es wurde für Kunden entwickelt, die ihren Recyclinganteil erhöhen und hohe technische, qualitative und regulatorische Anforderungen erfüllen möchten“, erklärt Arnaud Valenduc, Business Director von INEOS Inovyn.
Solange das Unternehmen weiterhin recycelte Kunststoffabfälle beziehen kann, die gewissermaßen der neue Grundstoff sind, ist man bei Inovyn zuversichtlich, dass die Verbraucher weiterhin mit allem Notwendigen versorgt werden können.
Außerdem sind alle drei Produkte gemäß den weltweit strengsten Anforderungen in diesem Bereich zertifiziert, u. a. nach den Empfehlungen des Roundtable on Sustainable Biomaterials (RSB) sowie gemäß dem ISCC-PLUS-Standard (International Sustainability & Carbon Certification).
Geir Tuft, CEO von INEOS Inovyn, hält die Nachhaltigkeit für eine der wichtigsten und dringendsten Herausforderungen für die moderne Gesellschaft, und Inovyn als einflussreicher Branchenführer und PVC-Produzent von Weltklasse spiele eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung von neuen Lösungen zur Unterstützung des ökologischen Wandels.
„Unsere Welt entwickelt sich stetig weiter, genau wie wir auch“, sagt er. „Und das Ziel ist klar: Die UNO hat unsere Generation vor die größte Herausforderung gestellt: bis zum Jahr 2050 Kohlenstoffneutralität zu erreichen.“
Öko-Power
AN DEN Inovyn-Standorten im norwegischen Rafnes und im belgischen Antwerpen, die durch Wasser und Wind erzeugten Strom verwenden, werden jetzt extrem kohlenstoffarme Chlor-Alkali-Produkte verfügbar gemacht. „Dies ist ein entscheidender Schritt, um unsere Kunden bei der Reduktion ihres CO2-Fußabdrucks zu unterstützen und den Übergang hin zu einer treibhausgasneutralen Wirtschaft zu erleichtern“, so Arnaud Valenduc, Business Director bei INEOS Inovyn.
Chlor-Alkali-Chemikalien sind unverzichtbare Grundstoffe für die Herstellung einer Vielzahl von Dingen – von Produkten für die Wasseraufbereitung über Düngemittel, Seifen und Reinigungsmittel bis hin
zu Arzneimitteln.
Inovyns Chlor-Alkali-Standardprodukte, die zur Herstellung von Natronlauge, Kalilauge und Chlor genutzt werden, überzeugen bereits heute mit 30 % geringeren CO2-Emissionen als der europäische Industriedurchschnitt.
Durch Einführung dieser neuen Produktpalette, die gemäß den ISCC-PLUS-Standard (International Sustainability & Carbon Certification) zertifiziert ist, werden bei Natronlauge die CO2-Emissionen um 70 % reduziert.
Der norwegische Standort nutzt für den Betrieb seiner Produktionsanlage lokalen Strom aus Wasserkraft.
Windturbinen in der Nordsee versorgen den Standort in Belgien mit Strom.
Project Circle
INEOS Inovyn investiert in das Ziel, PVC vollständig recycelbar zu machen. PVC ist einer der häufigsten verwendeten Kunststoffe der Welt und kommt in Fensterrahmen, Rohrleitungen, Bodenbelägen, Kabeln, Sportausrüstungen und lebensrettenden medizinischen Geräten zum Einsatz.
Außerdem ist PVC eines der am häufigsten recycelten Polymere Europas, bei dem mechanisches Recycling zum Einsatz kommt. Dank der Initiative VinylPlus®, die bereits seit 20 Jahren läuft, wurde im Jahr 2022 fast ein Drittel des PVC-Abfalls in Europa mechanisch recycelt. Das Erreichen einer vollständigen Kreislaufwirtschaft stellt für die Industrie jedoch nach wie vor eine komplexe Herausforderung dar.
Das liegt daran, dass durch das Mischen von PVC mit anderen Kunststoffen und Substanzen das mechanische Recycling an seine Grenzen stößt.
INEOS Inovyn ist jedoch Vorreiter für hochmoderne neue Technologien für das Recycling komplexer Abfälle, damit das schwer recycelbare PVC wieder in den ursprünglichen Grundstoff zurückverwandelt werden kann: Und genau das ist das Ziel des „Project Circle“.
„Es ist ein ambitioniertes Vorhaben“, erklärt Paul Daniels, Operations Director. „Aber wir machen bereits bemerkenswerte Fortschritte in Richtung einer nachhaltigeren und echten Kreislaufwirtschaft für Kunststoff.“
„Es ist ein ambitioniertes Vorhaben, aber wir machen bereits bemerkenswerte Fortschritte in Richtung einer nachhaltigeren und echten Kreislaufwirtschaft für Kunststoff.“
– Paul Daniels, Operations Director
Das Team des „Project Circle“ untersucht inzwischen drei hochmoderne Recyclingtechnologien: das Recycling mittels Auflösung (Dissolution), Pyrolyse und Vergasung, wobei auch schädliche Altlast-Zusatzstoffe beseitigt werden, die in der Vergangenheit verwendet wurden, wie z. B. Blei, Cadmium und bestimmte Phthalate.
Aber Inovyn kann nicht im Alleingang und isoliert arbeiten – und will das auch nicht.
„Die gesamte Lieferkette muss in den industriellen Aufbau integriert werden“, so Daniels. „Aus diesem Grund haben wir Konsortien mit Kunden, Abfallsammel- und Sortierbetrieben gebildet.
„So kann ein strukturiertes Konzept für das Recycling von PVC-Abfällen sichergestellt werden, das Synergien mit Dritten und die breite Einführung der Technologie für eine nachhaltige PVC-Industrie ermöglicht.“
Inovyn unternimmt durch die Inbetriebnahme von zwei neuen Pilotanlagen im unternehmenseigenen F&E-Zentrum am belgischen Standort Jemeppe-sur-Sambre einen wichtigen Schritt für die Umsetzung seines Ziels.
Man erhofft sich, dass die erste industrielle PVC-Abfallrecyclinganlage, die bis zu 40.000 Tonnen PVC-Abfall pro Jahr aufbereiten können soll, bis zum Jahr 2030 einsatzbereit sein wird.
„Diese Bemühungen stehen für einen Paradigmenwechsel in der PVC-Industrie und stellen einen bedeutenden Schritt in Richtung einer nachhaltigeren Zukunft dar“, so Daniels weiter.
Die Kraft der Sonne
INEOS INOVYN wird sich nicht nur auf Wasser und Wind verlassen, um seine Anlagen mit Strom zu versorgen. Im Juli dieses Jahres wird sich alles
um die Sonne drehen, wenn 90.000 Solarpaneele exklusiv den INEOS-Standort Jemeppe mit erneuerbarem Strom versorgen werden. Bei dem Standort handelt es sich um eine der größten PVC-Produktionsanlagen Europas.
„Damit die PVC-Industrie wachsen kann, brauchen wir unbedingt Unterstützung und Zugang zu wettbewerbsfähiger erneuerbarer Energie“, so CEO Geir Tuft.
Der Solarpark zählt mit einer Fläche von 56 Fußballfeldern zu den größten in Belgien. Er wird in der Lage sein, 60 Megawatt wettbewerbsfähigen, erneuerbaren Strom zu erzeugen.
Dadurch werden die CO2-Emissionen um 14.000 Tonnen pro Jahr verringert.
Im Rahmen einer Vereinbarung mit seinen Partnern Perpetum Energy und Green4Power wird Inovyn in den kommenden 15 Jahren den gesamten in Jemeppe-sur-Sambre produzierten grünen Strom kaufen.
„Wir sind stolz darauf, bei den Umweltzielen von INEOS Inovyn ebenfalls einen Betrag zu leisten“, erzählt Luc Leenknegt, CEO und Gründer von Perpetum Energy.
Die europäische Kunststoffindustrie liegt aufgrund hoher Energiekosten, geringerer Verfügbarkeit von Grundstoffen und eines herausfordernden regulatorischen Umfelds im Wettbewerb hinter den USA und China.
„Es müssen Maßnahmen ergriffen werden, um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie zu bewahren und eine Abhängigkeit Europas von Importen aus dem Ausland zu verhindern“, so Geir Tuft.
„Förderprogramme, die Zugang zu erneuerbarer Energie bieten, sind für eine nachhaltige Zukunft von entscheidender Bedeutung.“