Skip to main content
DE
Back to issue Corporate

Was ist unternehmergeist?

Was ist unternehmergeist?
Issue 6 2014

Diese Frage stellt sich die Wissenschaft schon seit Jahren. Bisher konnte man sich noch auf keine definitive Antwort einigen. Es ist jedoch wichtig, eine Antwort zu finden, da gemäß „The Economist“ Entrepreneurs Menschen sind, die Wert im Wertlosem und Möglichkeiten im Unmöglichen finden. INEOS ist ein Unternehmen, das stolz darauf ist, diesen Unternehmergeist zu atmen. Doch was genau ist damit gemeint?

Unternehmergeist ist ein integraler Bestandteil von INEOS.

Damit einher gehen Leidenschaft, Zielorientierung, Innovation, eine Vision und der Wunsch, schnell zu handeln.

In der heutigen Welt müssen Unternehmen agil sein, um sich bietende Chancen als erste beim Schopf zu packen. Diese Qualitäten sind heute wichtiger denn je.

„Unternehmergeist kann, zumindest für INEOS, in vier Worten zusammengefasst werden: Geschwindigkeit, Risiko, Motivation und Spaß“, erklärt Bill Reid, Business Director von INEOS O&P Europe (North). „Geschwindigkeit in der Beantwortung sich bietender Chancen, die Bereitschaft Risiken einzugehen, eine starke Motivation, das Unternehmen ständig zu pushen, aber auch Spaß in einem Umfeld zu haben, in dem uns INEOS Capital bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt großes Vertrauen entgegenbringt.“

Hans Casier, CEO von INEOS Oxide, sagt, dass INEOS-Vorstandsvorsitzender Jim Ratcliffe den Grundstein für unternehmerisches Denken gelegt hat, als er Inspec gründete, ein margenstarkes Unternehmen für Spezialchemikalien, dem eine ehemalige petrochemische BP-Anlage in Antwerpen gehörte. Jim kaufte diese Anlage in Belgien und benannte sie 1998 in INEOS um.

„Am allerersten Tag bei Inspec wurden wir gefragt, ob wir mehr Glykol produzieren können“, erinnert sich Hans. „Wir hatten eine Idee, die schon jahrelang im Raum stand, doch BP hat sie nie umgesetzt und hatte auch kein Interesse am Standort. Jim sagte, wir sollen es machen, aber sicherstellen, dass es schnell ging. Das war ein völlig neuer Ansatz der Unternehmensführung. Er hatte eine Vision und Ideen. Er wollte nicht stillstehen. Er wollte es besser machen und war bereit Risiken einzugehen und das Geschäft voranzubringen. Das ist genau der Geist, der vom ersten Tag an ins Unternehmen kam. Aufbauend auf unseren Ideen produzierten wir sehr schnell zusätzliche 22.000 Tonnen Glykol. Das war erst der Anfang. Der Standort Antwerpen, der unter BP von Schließung bedroht war, ist heute dreimal größer als damals und entwickelt sich weiterhin prächtig.“

Calum MacLean, CEO von INEOS O&P Europe (UK), erklärt, dass der Unternehmergeist immer schon ein Teil von INEOS war. Er glaubt daran, dass es bei der Nutzung von Talenten wichtiger ist, wie sie entwickelt werden, statt was sie mitbringen.

„Ich denke zwar, dass wahre Unternehmerinnen und Unternehmer geboren und nicht gemacht werden“, fügt er hinzu.

„Aber sie können dennoch einen unternehmerischen Geist entwickeln, indem sie die Menschen um sich herum motivieren, Geschäftsaktivitäten anders anzugehen, in Lösungen und nicht in Problemen zu denken, sich außerhalb der Box zu bewegen und mit ihrem Verhalten Vorbild zu sein.“

Er ist überzeugt davon, dass es in jedem Unternehmen Menschen mit Unternehmergeist gibt, ihr Potenzial jedoch häufig von Vorschriften und Bürokratie im Keim erstickt wird.

So etwas findet man bei INEOS nicht.

„Wir haben keine große Unternehmenszentrale mit Leuten, die aus der Ferne managen“, so Calum. „Die Menschenmengen oder Gremien, die man in anderen großen Zentralen häufig findet, gibt es bei INEOS ganz einfach nicht.“

Jim Ratcliffe, der im vergangenen Jahr als erster Brite mit dem Petrochemical Heritage Award für seine visionäre Herangehensweise innerhalb der globalen petrochemischen Industrie ausgezeichnet wurde, glaubt, dass Bürokratie der größte Feind von Leidenschaft sei.

„Sie erstickt Unternehmen“, sagt er Jims eigener unternehmerischer Denkansatz für die Führung eines Unternehmens hat eine Kultur gefördert, in der jeden Tag nach innovativen Lösungen gesucht wird.

VORHER: Die Petrochemieanlage von BP in Antwerpen, Belgien, bevor INEOS den Standort kaufte

 NACHHER: Der unternehmerische Ansatz von INEOS führte zu massiven Investitionen am Antwerpener Standort, der nun dreimal größer ist als BP noch Eigentümer war. Doch der Standort steht nicht allein da. Dieser Spirit und Drive, diese Vision lebt und wirkt weltweit an allen INEOS-Standorten

Kurz gesagt: INEOS ist ein Team aus Machern, nicht Träumern.

Peter Williams, CEO von INEOS Technologies, sagt, der Mut Risiken einzugehen, sei Teil davon, ein Entrepreneur zu sein. Ohne diesen Mut werden Chancen schnell verpasst. Seiner Ansicht nach ist es dabei am wichtigsten, das Risiko einzuordnen und sicherzustellen, dass die Ideen sorgfältig durchdacht, unterstützt und gut umgesetzt werden.

Zunächst müssen jedoch die richtigen Personen eingestellt werden. Personen, die das Ethos von INEOS teilen.

Als INEOS 2005 Innovene von BP erwarb, wurde auch das Führungsteam mit 12 Personen übernommen.

„Innerhalb eines Jahres war nur noch einer davon übrig“, so Calum. „Die anderen verließen das Unternehmen, weil sie mit dem Unternehmergeist von INEOS oder mit der Übernahme einer größeren Verantwortung nicht zurechtkamen, die mit der Abschaffung von Gremien und Führungsebenen einherging. Menschen müssen zu INEOS passen – und entweder sie lieben oder hassen es.“

Bei INEOS fängt der Unternehmergeist ganz oben an. Jim Ratcliffe macht sehr deutlich, was er darunter versteht.

„Zu allererst geht es um Courage“, sagt er. „Du musst den Mut haben, für deine Überzeugung einzutreten. Es ist einfach, den Kopf einzuziehen, um nicht bemerkt zu werden. Willst du aber etwas ändern, so musst du dafür einstehen, woran du glaubst, deinen Kopf aus dem Sand ziehen und auch bereit sein, manchmal eine übergezogen zu bekommen.

Es geht darum, proaktiv zu sein und sich aktiv um Veränderungen zu bemühen, statt ein Opfer der Umstände zu sein.“

Oft hört man „Keine Anerkennung ohne Risiko“. Erfolgreiche Entrepreneurs wissen aber, dass es sehr einfach ist, Geld zu verlieren. Übernahmen sind ein klassisches Beispiel dafür – nahezu 90 Prozent scheitern.

„Bei INEOS war das nicht so“, erklärt Jim. „Es ist aber unabdingbar, dass Entrepreneurs sehr präzise in ihren Analysen sind. Es wird schnell klar, falls dies nicht passiert ist. Ich habe neue Ideen oder Vorschläge sich ganz schnell in Luft auflösen sehen, wenn wir sie mikroskopisch betrachtet und hart geprüft haben. Das Fehlen einer stringenten Analyse führt automatisch zu einem höheren Risiko. Es geht darum: Sämtliche was-wäre-wenn- Szenarien müssen frühzeitig abgewogen und so genau wie möglich im Licht der verfügbaren Informationen geprüft werden.

Man kann nicht an alles denken und nicht alle Risiken vollständig eliminieren – doch man kann sie deutlich reduzieren.“

Jim meint zudem, dass die Auswahl der richtigen Teams für den Erfolg einer Organisation kritisch sei.

„Wie bei allen Dingen im Leben ist auch der Erfolg davon abhängig, die richtigen Leute zu haben. Sie brauchen eine Organisation, die sie unterstützt, und einen unternehmerische Rahmen, der auf der Übernahme von Verantwortung, ohne Gremien und auf der Freiheit basiert, wichtige Entscheidungen treffen zu dürfen“, so Jim. „Manche kommen damit gut zurecht, aber nicht alle. Die Menschen bei INEOS verhalten sich eher wie Entrepreneurs und nicht wie Beschäftigte. Ich denke, dass sich genau so unser Unternehmergeist entwickelt hat. Wir möchten, dass unsere Leute über ihre Stellenbeschreibung hinaus denken.“

Die CEOs, die INEOS’ Geschäftsbereiche managen, wissen, was auf dem Spiel steht und warum sie durch Vorbild führen müssen.

„Wir brauchen Menschen, die bereit sind, kreativ Chancen zu nutzen, Ideen umzusetzen und das Unternehmen zum Besseren zu verändern“, erklärt Ashley Reed, CEO von INEOS Enterprises. „Das ist kein Selbstläufer, damit sind große, bahnbrechende Schritte gemeint, die tatsächlich einen Unterschied bewirken.“

Solche Verbesserungen können bei kleinen und mittleren Bereichen, die unter dem Schirm von INEOS Enterprises zusammengefasst sind, das EBITDA verdoppeln.

Nick Williamson, Business Development Manager bei INEOS Phenol, sagt, dass ihm die Unternehmenskultur bei INEOS die Freiheit gab, innovativen Ideen seinen Atem einzuhauchen.

„Diese mögen manchmal vielleicht dem gesunden Menschenverstand entgegenstehen, doch INEOS gibt dir diese Freiheit“, fügt er hinzu. „Dann musst du aber auch den Entwicklungssprung liefern. Das geht’s nicht um Träumerei.“

Der verstorbene Peter Drucker, von Business Week als „der Mann, der Management erfand“ gepriesen, verbrachte einen großen Teil seines Lebens damit, Menschen zu studieren. „In jedem erfolgreichen Unternehmen hat irgendwann einmal jemand eine mutige Entscheidung getroffen.“

INEOS ist ein Beweis dafür. 1998 wurde alles riskiert, um den früheren Petrochemiestandort von BP in Antwerpen von Inspec zu erwerben. 2005 folgte dann der Schritt, der INEOS zu einem bedeutenden Akteur in der Chemieindustrie machte.

Calum erzählt, dass die Übernahme von Innovene, dem riesigen Chemiegeschäft von BP, für neun Milliarden Dollar abgewickelt wurde, ohne viele Standorte überhaupt besichtigt zu haben.

„Das war eine kleine Firma, die sich mit den großen Jungs anlegte“, schmunzelt er. „Das Chemiegeschäft von BP war dreimal so groß wie INEOS. Es braucht starke Nerven und Können so etwas anzupacken.“

BP hatte geplant, das Unternehmen an die New Yorker Börse zu bringen. Stattdessen überzeugte INEOS das Managementteam, es ihnen zu verkaufen.

Diese visionäre Haltung – zusammen mit einem schlanken Managementteam, das wichtige Entscheidungen unglaublich schnell treffen kann und auch trifft – macht INEOS so einzigartig.

„Wir vertrauen unseren CEOs, ihre Geschäftsbereiche effektiv zu führen. Dazu gehört, Visionen für diese Geschäftsbereiche zu haben“, erklärt Calum. „In anderen Unternehmen macht das jemand anderer für dich und dein Job ist es lediglich, das Unternehmen zu leiten. Bei INEOS hingegen wird jeder CEO ermutigt, sein Team zu inspirieren und aktiv nach neue Wegen zu suchen, wie das Unternehmen noch bessern werden kann, damit wir immer einen Schritt voraus sind.“

Larry Farrell, Chairman eines weltweit führenden US-amerikanischen Unternehmens, das die Geschäftspraktiken wachstumsstarker weltweit großer Entrepreneurs untersucht, meint, dass Unternehmen darum kämpfen sollen, ihren Unternehmergeist lebendig zu halten.

„Von Amerikas 100 größten und reichsten Unternehmen vor 100 Jahren sind heute nur noch 16 aktiv, und dafür gibt es einen Grund“, erklärt er. „Wenn Unternehmen dann wachsen, verzetteln sie sich häufig darin, das Geschäft zu verwalten statt es zu entwickeln. Meetings, Berichte und die sich selbst erhaltende Verwaltung sind praktisch überall bemerkbar. Das Wachstum verlangsamt sich, teure Berater werden reingeholt, der Niedergang setzt ein. Wird die Bremse nicht rechtzeitig angezogen, ist das der Anfang vom Untergang.“

Glücklicherweise scheint die Welt zu erkennen, dass die globale Wirtschaft Entrepreneurs benötigt, die Arbeitsplätze und Werte schaffen.

Der verstorbene Steve Jobs, Gründer von Apple, sagte einmal: „Viele Unternehmen entscheiden sich für einen Abwärtstrend, und vielleicht ist das auch richtig für sie. Wir aber wählten einen anderen Weg. Wir glaubten daran, wenn wir unseren Kunden großartige Produkte anbieten, sind sie auch weiterhin bereit, ihre Geldbörsen zu öffnen.“