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Das VK braucht eine klare, langfristige energiepolitik, um die zukunft der fertigungsindustrie zu sichern

Das VK braucht eine klare, langfristige energiepolitik, um die zukunft der fertigungsindustrie zu sichern
Issue 2 2012

Mit etwa 4.000 Beschäftigen an sechs Standorten hat INEOS auch künftig eine beachtliche Präsenz im Vereinigten Königreich.

Die Firma bleibt ihrer bestehenden Produktionsbasis verbunden, ist aber besorgt, dass das wirtschaftliche Umfeld die Bedürfnisse eines konkurrenzbasierten internationalen Unternehmens nicht unterstützt.

Tom Crotty, Direktor der INEOS-Gruppe, glaubt, dass Großbritannien vor allem eine klare, langfristige Energiepolitik braucht, wenn es den Verfall stoppen und die Zukunft der Fertigungsindustrie im Vereinigten Königreich sichern will.

Seiner Ansicht nach hat kurzfristiges Denken bereits beträchtlichen Schaden angerichtet.

„Im Augenblick gibt es kaum gemeinsames Denken, das muss sich jedoch ändern, wenn im Vereinigten Königreich der Trend der letzten 10 Jahre umgekehrt werden soll”, stellt er fest.

„Ohne Industrie kann das Land keinen Wohlstand erwirtschaften und ohne Wohlstand können wir die staatlichen Ausgaben für die Instandhaltung unserer Schulen und Krankenhäuser nicht erhöhen.”

Er betont, dass die Länder, denen es am besten ergangen ist – Deutschland und Skandinavien – massiv in die Industrie investiert haben.

Diejenigen, die das versäumten (Griechenland, Spanien, Irland), haben sich törichterweise auf die Dienstleistungsbranche verlassen.

Nach Toms Ansicht müssten die britische Regierung und die Energiebranche eine in sich geschlossene Industriepolitik ausarbeiten, damit jedermann erkennen kann, welche Sektoren um jeden Preis erhalten werden müssen.

„Das ist das allerwichtigste und wird entscheidend sein”, meint er. Wenn wir eine langfristige stabile Energiepolitik haben, kann die Industrie sie konsequent umsetzen.

„Im Augenblick sind wir glücklich, wenn unsere Strategie eine Amtszeit der Regierung übersteht.”

Außerdem fordert Tom die britische Regierung nachdrücklich auf, auf noch mehr ordnungspolitische Vorschriften – gleichgültig, ob eigene oder von der Europäischen Union erzwungen – für eine Industrie zu verzichten, die schon jetzt unter dem Gewicht der Gesetze zusammenzubrechen droht.

Die Deutschen und Franzosen haben es richtig gemacht, stellt er fest.

„Sie interpretieren die EU-Vorschriften anders als wir. Sie wenden die Vorschriften so an, dass sie ihren Industriesektor schützen.”

„Ich glaube, wir müssen die Auswirkungen aller EU-Vorschriften auf unsere Industrie erst prüfen, bevor wir sie blind umsetzen.”

Als Prozent des BIP ausgedrückt, schrumpfte die britische Industrie zwischen 1997 und 2007 um die Hälfte und sank von 22 Prozent auf 11 Prozent.

Demgegenüber wurde die deutsche Industrie kaum beeinflusst, und etwa 50 Prozent ihres Energiebedarfs wird noch mit Kohle gedeckt.

Anlässlich eines Essens mit dem Wirtschaftsminister der britischen Regierung, Vince Cable, wurde Tom gefragt, mit welcher Einzelmaßnahme die Koalitionsregierung die britische Industrie unterstützen könnte.

„Ich schlug eine Zeitmaschine vor, die uns in die Zeit vor 20 Jahren zurückbringt”, sagt er.

Tom glaubt aber, dass sich die Stimmung möglicherweise ändert.

„Ich denke, der Abschwung hat uns klar gezeigt, was notwendig ist.”