Skip to main content
DE
Back to issue INCH Magazine

Wasserstoff kommt auf die Straße

Wasserstoff kommt auf die Straße
Issue 27 2024

SCHON bald werden im Rahmen eines einjährigen Testlaufs in Deutschland Güter von Lkws transportiert, die ausschließlich mit Flüssigwasserstoff fahren. Vervaeke transportiert bis zu 25 Tonnen PVC für INEOS Inovyn und ist eines von fünf Unternehmen, die den Lkw-Prototyp Mercedes-Benz GenH2 testen werden. Dieses Modell hat 2023 mit einer einzigen Tankfüllung Flüssigwasserstoff 1.047 km zurückgelegt. 
Wenn diese neuen Testläufe erfolgreich verlaufen, ermutigen sie die Transportbranche zu einem Wechsel von Diesel zu emissionsfreien Lkws mit Wasserstoffantrieb.
„Der Markt zögert noch, deshalb möchten wir zeigen, dass es möglich ist. Wasserstoff ist eine  revolutionäre Energiequelle, mit der wir in Europa Klimaneutralität erreichen und den CO2-Ausstoß reduzieren können“, so Wouter Bleukx, Business  Director bei INEOS Hydrogen.

Letztes Jahr hat INEOS Inovyn als erstes Unternehmen in Europa PVC mit einem wasserstoffbetriebenen Lkw von der Produktionsanlage in Tavaux zum PVC-Verbindungswerk in Dijon transportiert. 
Geir Tuft, CEO von INEOS Inovyn, beschreibt dies als historischen Moment für INEOS. 
„Produkte mit Wasserstoff-Lkw zu befördern, ist ein wichtiger Teil unserer Nachhaltigkeitsstrategie, mit der wir unseren CO2-Ausstoß in den nächsten Jahren drastisch reduzieren wollen“, sagt er.
INEOS Inovyn ist einer der größten Anwender industrieller Elektrolysetechnologien für die Herstellung von erneuerbarem Wasserstoff und produziert jährlich 60.000 Tonnen klimafreundlichen Wasserstoff in mehreren Anlagen. 
Als Nutzer und Produzent von Wasserstoff ist das Unternehmen in einer hervorragenden Position, den Wechsel zur Wasserstoffwirtschaft anzuführen. INEOS Inovyn arbeitet schon seit vielen Jahren mit Vervaeke zusammen. 
„Unsere beiden Unternehmen haben dieselbe Vision“, sagt Frédéric Derumeaux, CEO von Vervaeke. „Deshalb freuen wir uns über das Vertrauen, gemeinsam an einem bahnbrechenden Projekt für mehr Nachhaltigkeit zu arbeiten.“
Während des 12-monatigen Testlaufs mit der Daimler Truck AG werden die Lkws an bestimmten öffentlichen Wasserstofftankstellen in der Nähe von Wörth am Rhein und Duisburg betankt.
Allgemein wird jedoch davon ausgegangen, dass Wasserstoff nur dann zur ersten Wahl für Busse und Lkws wird, wenn mehr Länder in die Infrastruktur investieren. 

Derzeit ist Japan mit 170 Wasserstofftankstellen führend gegenüber Deutschland mit 96, Frankreich mit 21 und 9 in Großbritannien.