Eines ist klar. Länder, die ihre industrielle Grundlage verlieren, laufen Gefahr, die Fähigkeit zur Innovation zu verlieren. Vor dem Hintergrund eines wirtschaftlichen Umfeldes, das von der Erosion und der Verlagerung traditioneller Industriezweige ins Ausland angesichts des globalen Wettbewerbs geprägt ist, rechtfertigt das deutsche Modell, oder Teile davon, eine sorgfältige Betrachtung. Es gilt vor allem, auf die Politik und Programme anderer Länder zu achten und daraus zu lernen, wie wir dies auch in der Vergangenheit getan haben.
Charles Wessner, Programmdirektor des „Board on Science, Technology, and Economic Policy“ des „National Research Council“
Arbeitsplätze in der Produktion bilden die Grundlage unserer Wirtschaft. Die verarbeitende Industrie produziert die Güter, die jene Einkünfte erzielen, auf die sich die Dienstleistungsbranche stützt. Wir können einander nicht bloß die Haare schneiden und Hamburger verkaufen. Das Einkommen, das diese Haarschnitte und Hamburger bezahlt, muss schließlich von irgendwoher kommen.
Campaign for America’s Future
Die Gesundheit der Wirtschaft hängt entscheidend von der Gesundheit des verarbeitenden Sektors ab. Die Produktion ist seit mehreren Jahrhunderten der Schlüssel zum Wohlstand. Die mächtigsten Nationen der Welt sind jene, die über den Großteil der weltweiten Produktion von Fertigungstechnologien verfügen. Doch es reicht einfach nicht aus, Fabriken zu haben und mehr zu produzieren. Wir brauchen das Know-how, um die Maschinen herzustellen, die die Güter produzieren. Wenn es nicht zu einer robusten Wiederbelebung des verarbeitenden Sektors in Amerika kommt, können wir uns von unserem Status als große Wirtschaftsmacht verabschieden.
Jon Rynn, Autor von „Manufacturing Green Prosperity: The power to rebuild the American middle class“
Global gesehen ist die verarbeitende Industrie wichtig. Wenngleich sie historisch mit Umweltschäden assoziiert wird, verspricht sie nun, einige der Umweltprobleme unserer Welt zu mildern. So können viele Güter heute beispielsweise in Produktionsverfahren hergestellt werden, die so gut wie keine Umweltbelastungen mit sich bringen und eine Wiederverwertung entsorgter Produkte zulassen. Die verarbeitende Industrie gibt Anstöße zu neuen Denkweisen und kann so Einiges bewirken. Viele der Innovationen, die unser Leben verwandelt haben, stammen aus der verarbeitenden Industrie. Ohne Microchip, Computer und Server gäbe es kein Internet, kein Facebook und kein Google. Die verarbeitende Industrie ist entscheidend für den zukünftigen Reichtum Großbritanniens – aber sie wird zu oft abgeschrieben.
Peter Marsh, Gründer von „Made Here Now“
Viele Jahrzehnte lang argumentierten Ökonomen, der verarbeitenden Industrie käme eine untergeordnete Rolle in der modernen Wirtschaft zu. Sie hatten unrecht. In den letzten zehn Jahren bestätigten immer mehr Ökonomen, dass die Produktion für die Innovation unerlässlich ist und eng mit dem wirtschaftlichen Wohlergehen und der nationalen Sicherheit einer Nation verbunden ist. Die verarbeitende Industrie ist der Motor, der die amerikanische Innovation antreibt. Er verwandelt die wissenschaftliche Forschung in neue Produkte und Produktionsabläufe, die Gewinne abwerfen und die Welt verbessern. Er bringt neue und wichtige Branchen hervor, von Computern und Drahtlos-Technik bis hin zur Biotechnik und Solarenergie. In dem Maße wie Ingenieur/innen und Hersteller neue Technologien entwickeln, erwerben sie die Fähigkeiten, in neue Bereiche vorzudringen und Innovationen zu schaffen. Diese Innovationen ermöglichen den Produzenten jene Leistung oder jenen Kostenvorteil, die sie brauchen, um in einem umkämpften internationalen Markt konkurrenzfähig zu bleiben.
Professor Thomas Kurfess, früherer Assistant Director for Advanced Manufacturing im Weißen Haus
Die verarbeitende Industrie schafft nicht nur Wert in Form von Produkten und Dienstleistungen, sie schafft auch gute bezahlte Arbeitsplätze. Produktionseinrichtungen lassen außerdem Arbeitsplätze bei den unterstützenden Zulieferern und Dienstleistungsbranchen entstehen. Wenn Sie heute durch eine moderne Fabrik gehen, sehen Sie sofort, dass sich die Produktion heute nicht mehr darauf beschränkt, Einzelteile zusammenzusetzen – sie arbeitet mit hochkomplizierten Verfahren und einem hohen Maß an computergesteuerter Automation. Das ist mehr Wissensarbeit als manuelle Arbeit. Und vor allem in neuen Bereichen wie hochentwickelten Materialien und Biopharmazeutika bedeutet Produktion eine enge Zusammenarbeit mit Forschung & Entwicklung und Design in den frühen Produktionsphasen – die Fähigkeit zur Produktion erhält also die Fähigkeit zur Innovation auf lange Sicht. Wer Erstere aufgibt, wird die Fähigkeit zu Letzterer schwächen.
Willy Shih, Robert und Jane Cizik, Professor of Management Practice, Harvard Business School