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Sicherheit geht vor

Sicherheit geht vor
Issue 18 2019

INEOS sieht gesundheit und sicherheit als oberste priorität an. Doch wie präsentiert man das thema auf eine stets anregende und interessante weise? INEOS O&P in den USA holte sich dafür einen mann, der den everest bezwungen hatte

JAHR für Jahr werden Hunderte von Menschen in die „Todeszone“ am Mount Everest gelockt. Eine Handvoll ist bereit, dafür zu sterben. Andere riskieren freiwillig, Finger und Zehen durch Kälte zu verlieren, wenn sie dafür den höchsten Berg der Erde erobern können.

„Das mag ihre Vorstellung von Erfolg sein“, meinte Rhys Jones, der an seinem 20. Geburtstag auf dem 8.848 m hohen Gipfel des Mount Everest stand. „Meine ist es nicht.“ Rhys führt heute ein Unternehmen, das sich darauf spezialisiert hat, Menschen an die lebensfeindlichsten Orte dieser Erde zu geleiten. Er nimmt Risiken in Kauf. Aber nur kalkulierte Risiken.

Und als jemand, der unvorstellbare Gefahren erlebt hat, hält er in Unternehmen regelmäßig Vorträge zu den Themen Sicherheit, Risiken und Teamwork.

„Es gibt viele Parallelen zwischen dem, was in einem Unternehmen wie INEOS geschieht, und dem, was auf einem Berg geschieht“, erklärte er. „Im Unternehmen arbeitet man ständig unter gefährlichen Bedingungen. Ich bin nur auf den Bergen in Gefahr.“

Rhys, mittlerweile 33, wurde von INEOS O&P USA vor Kurzem zu einem Vortrag beim jährlichen Sicherheitstraining am Standort Chocolate Bayou in Texas eingeladen.

„Während der Planungen für das Event fordern wir alle dazu auf, kreative Sicherheitsbotschaften zu finden“, berichtete Michael Brocato, Umweltingenieur. „Durch einen frischen Ansatz hoffen wir, unsere Beschäftigten zu mehr Sicherheit zu inspirieren und zu motivieren. Es spielt keine Rolle, ob man bei INEOS arbeitet oder auf dem Gipfel des Everest steht, Sicherheit bleibt Sicherheit.“

Während seines Vortrags für das US-Team ging Rhys auf diverse Einstellungen zum Thema Risiko ein und hob hervor, dass Sicherheit immer oberste Priorität sein muss.

„Eine erfolgreiche Expedition ist meiner Meinung nach eine, bei der niemand verletzt wird“, meinte er. Aber dafür müsste jeder im Team diese Vision teilen. „Als Team muss man das Maß für den Erfolg festlegen“, betonte er. „Und mein Maß lautet, ebenso wie jenes von INEOS, Null Verletzungen.“

Die INEOS-Beschäftigten hörten, wie er vor Kurzem eine Everest-Expedition geleitet hatte.

„Unser Ziel lautete, so weit wie möglich hinauf zu kommen, ohne dass jemand Erfrierungen oder Verletzungen erlitt“, erzählte er. „Wir waren bereit, gegebenenfalls umzudrehen, und das halbe Team tat das auch.“

Ein zweites Expeditionsteam, das den Everest am gleichen Tag besteigen wollte, war jedoch anderer Ansicht. Diesem Team gehörte ein Chirurg an, der sagte, er wäre bereit, Finger und Zehen durch Erfrierungen zu verlieren. In dieser Gruppe erreichten alle den Gipfel, aber zwei Drittel hatten Erfrierungen, einer der Teilnehmer verlor alle Zehen.

„Der Everest lässt intelligente Menschen dumme Risiken eingehen“, meinte Rhys. Bei einer anderen Expedition – zum Aconcagua, dem höchsten Berg Südamerikas – begannen die Augäpfel eines Kletterers einzufrieren, weil er vergaß, seine Schutzbrille aufzusetzen, sobald sich die Sonne zeigte. „Es war eine vermeidbare Verletzung, aber sie wurde für ihn und das gesamte Team zu einem großen Problem“, erzählte Rhys. „Dabei hätte jeder Anwesende ihm helfen und ihn an seine Schutzbrille erinnern können.“ Teamwork wäre entscheidend, meinte er.

Bei INEOS ist das Achtgeben auf andere im Team unerlässlich. Wir sprechen vom „Brother‘s Keeper“-Prinzip, jede und jeder achtet auf andere Rhys, der in der Welt der Seile, Steigeisen und Eispikkel lebt, meinte auch, Selbstgefälligkeit wäre dort absolut fehl am Platz.

„Wenn du deine ersten Klettertouren machst, prüfst du dein Gurtzeug, und du prüfst es immer und immer wieder“, sagte er. „Aber nach 1.000 Mal nachsehen wird man leicht selbstgefällig. Das Geheimnis besteht darin, jeden Tag als den allerersten Tag zu sehen, wenn es um Sicherheit geht.“

Michael meinte, das Team von INEOS O&P USA habe sich von Rhys Vortrag inspirieren und bestärken lassen.

„Wir kehren oft zu dem Grundsatz zurück, wonach ein erfolgreiches Projekt eines ist, bei dem es in erster Linie keine Verletzungen gibt und erst in zweiter Linie geschäftliche Ziele erreicht werden“, sagte er. „Rhys konnte das sehr gut nachempfinden.“ Er erzählte, einige Beschäftigte hätten sich auch dadurch inspirieren lassen, dass Rhys 2006 vom INEOS-Vorstandsvorsitzenden und -Gründer Sir Jim Ratcliffe gesponsert worden war, um überhaupt die Chance zu erhalten, als jüngster Mensch der Erde die sieben höchsten Berge auf allen sieben Kontinenten zu erklimmen.

Rhys Jones

Der englische Bergsteiger war der jüngste Mensch, der den höchsten Gipfel jedes der sieben Kontinente der Erde erklomm. Den Gipfel seines letzten Berges, des Mount Everest, erreichte er an seinem 20. Geburtstag im Jahr 2006. Nun betreibt er gemeinsam mit einem Geschäftspartner „Monix Adventures“, eine auf Luxus-Abenteuerreisen spezialisierte Firma.

monixadventures.com