INEOS PRÜFT ALLE MÖGLICHKEITEN CO2 ZU REDUZIEREN
DER CORONAVIRUS hat der Umwelt zu einer Verschnaufpause verholfen. In vielen Städten ist die Luftverschmutzung während des Lockdowns dramatisch gesunken: Menschen blieben zu Hause, Flugzeuge am Boden.
Nun, da die Welt wieder zum Leben erwacht, hoffen viele, dass alles so weitergeht wie vorher. Andere wie Chris Stark, CEO des Committee on Climate Change, nicht.
Chris ist nicht blind gegenüber den Bedürfnissen der chemischen Industrie und sieht sie als Teil der Lösung, nicht des Problems. INEOS sieht das genauso.
INEOS ist bereits in eine Vielzahl ambitionierter Projekte involviert, die der Umwelt immense Vorteile bringen könnten, ohne dass die gesellschaftlichen Bedürfnisse dabei zu kurz kommen. So untersucht INEOS beispielsweise, ob riesige Mengen Kohlendioxid in erschöpften Ölfeldern in der Nordsee gelagert werden können. Dies wäre Teil des Vorhabens, Treibhausgasemissionen drastisch zu reduzieren.
INEOS ist zudem einem schlagkräftigen Konsortium beigetreten, das Pläne für die Herstellung von nachhaltigem Methanol prüfen. Dieser Stoff wird für die Herstellung zahlreicher Produkte verwendet – von Kleidung zu Treibstoffen. Sollten sich dies als erfolgreich erweisen, würden auch damit CO2-Emissionen reduziert werden.
Des Weiteren ist INEOS Teil einer Allianz, die davon überzeugt ist, dass Wasserstoff eine praktikable, wirtschaftlich rentable Alternative zu fossilen Energieträgern darstellt. Alle drei Projekte sind überaus spannend und könnten den Weg zu einer „brave new world“ ebnen.
INEOS untersucht, ob riesige Mengen Kohlendioxid in erschöpften Ölfeldern in der Nordsee gelagert werden können. Dies wäre Teil eines Plans, Treibhausgasemissionen drastisch zu reduzieren.
Aktuell wird getestet, ob der Felsen eines der unterirdischen Sandsteinreservoirs des Unternehmens in der Nordsee für die Lagerung von Kohlendioxid geeignet ist.
„Wir wussten, dass da unten Öl und eingeschlossen war“, meint Johan Byskov Svendsen, Business Development Manager bei INEOS Oil & Gas Denmark.
„Wir wissen auch, wie Öl und Wasser durchs Reservoir fließen. Dadurch haben wir eine relativ gute Vorstellung davon, wie sich CO2 unterirdisch verhalten wird.“
Die ersten Ergebnisse der Tests von INEOS Oil & Gas sollen noch Ende des Jahres vorliegen.
Das Projekt, Kohlendioxid unterirdisch abzuscheiden und zu lagern, könnte möglicherweise den wichtigsten Meilenstein bei der Reduzierung der Treibhausgasemissionen in Dänemark darstellen.
„Kein anderes Unternehmen in Dänemark hat es mit einem vergleichbaren Projekt so weit gebracht wie INEOS und die Partner im Konsortium“, meint Johan.
Allerdings ist der Weg zum Erfolg noch ein langer, denn die Abscheidungs- und Lagerungstechnologien von CO2 stecken derzeit noch in den Kinderschuhen.
Eine der wichtigsten Herausforderungen ist die Sicherung von Investitionen, um die Technologie zu perfektionieren, sodass sie auf breiter Basis verwendet werden kann.
„Wir wollen die Kosten der CO2-Lagerung senken, indem wir innovativ sind und die richtigen Partnerschaften eingehen“, meint Johan.
„Die Lagerung von CO2 ist auch eine grundlegende Technologie, um die Ambitionen für eine emissionsfreie Wirtschaft bis 2050 umzusetzen. Wir haben die Chance, einen neuen Geschäftsbereich aufzubauen und gleichzeitig als wichtiger Akteur beim Übergang zu einer grüne Wirtschaft zu fungieren.“
Johan meint, dass Regierungen die Abscheidung und Lagerung von CO2 so behandeln sollen, wie sie dies vor etwa 40 Jahren mit Windturbinen gemacht haben.
„Als sich die Windkraftbranche noch in der Anfangsphase befand, gab es erhebliche staatliche Förderungen, um innovative Lösungen und Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten. Und genau da stehen wir heute. Carbon-Capture-and-Storage-Technologien sind noch nicht ausgereift und Investitionen entsprechend riskant.“
Zu Spitzenzeiten lieferte die INEOS-Ölplattform „Siri“ 50.000 Barrel Öl pro Tag.
Heute ist sie eine der erschöpften Reservoirs, die INEOS potenziell für die Lagerung von CO2 verwenden möchte. Damit würde den Anlagen in der Nordsee neues Leben eingehaucht.
Nachdem das Gas unter die Erde gepumpt wird, gibt es drei mögliche Arten der Speicherung.
Der Großteil kann in flüssiger Form an einem leicht zugänglichen Ort gespeichert werden, bis die entsprechende Nachfrage am Markt entsteht.
Ein weiterer Teil kann unterirdisch mit Wasser vermischt und in dieser wässrigen Lösung eingeschlossen werden.
Als dritte Methode würde das CO2 im mineralischen Bereich des Reservoirs eingeschlossen.
Dänemark möchte beim Klimaschutz eine weltweite Führungsrolle einnehmen. Von der Politik wird die Abscheidung und Speicherung von CO2 als einer der vielversprechendsten Ansätze auf dem Weg zu einer grünen Wirtschaft gesehen.
Der dänische Klimarat ist der Ansicht, dass mit der CO2-Abscheidung bereits 2025 begonnen werden könne und die Speicherung bis 2030 einen wirklichen Einfluss habe.
„Das ist auch unser Ziel“, bestätigt Johan. „Wir gehen davon aus, dass es ab der zweiten Hälfte der 20er-Jahre möglich sein wird, CO2 zu speichern.“