Unerwünschte, schädliche CO2-Emissionen könnten eines Tages eine Macht fürs Gute werden.
Sieben Unternehmen, darunter INOVYN, untersuchen zurzeit die Möglichkeit, abgeschiedenes Kohlendioxid mit nachhaltig generiertem Wasserstoff zu vermischen und so Methanol zu erzeugen, eine Chemikalie, die vielfältig eingesetzt wird, von Kleidung bis zu Treibstoffen.
Das Projekt ist sehr ambitioniert. Industrie und Wirtschaft haben bis kommenden Frühling Zeit, um zu beweisen, dass es machbar ist. Und sicher.
Ist das Projekt erfolgreich, wird eine Anlage im industriellen Maßstab, die 8.000 Tonnen nachhaltiges Methanol pro Jahr herstellen kann, als Teil des INOVYN-Chemiekomplexes in Lillo gebaut.
„Es wäre eine Premiere für Belgien“, meint Dirk Dupon, Head of Strategy bei INOVYN.
„Im Hafen von Antwerpen wird derzeit kein Methanol produziert, obwohl die Chemieindustrie in Belgien große Mengen davon benötigt. Außerdem wird im Brennstoffpool von Antwerpen als auch Rotterdam Methanol gemischt.
Jedes an der Machbarkeitsstudie „Power to Methanol“ beteiligte Unternehmen lässt die eigene Expertise und Erfahrung einfließen.
INOVYN, ein Geschäftsbereich von INEOS, kennt sich auf dem Gebiet der Wasserstoffproduktion und Salzelektrolyse bestens aus und wird eine führende Rolle einnehmen.
„Wir müssen dafür sorgen, dass zwei unterschiedliche Anlagen nahtlos integriert werden“, meint Dirk.
Er ist zuversichtlich, dass das Projekt funktioniert.
„Die Vorab-Machbarkeitsstudie hat uns davon überzeugt, dass dieses Nachhaltigkeitsprojekt erfolgreich sein kann. Die kombinierte Erfahrung der einzelnen Partner des Konsortiums hat die Erfolgswahrscheinlichkeit weiter erhöht. Der Konsortium-Ansatz verringert das Risiko, ein solches Projekt allein durchzuführen.“
Methanol wird gegenwärtig aus fossilen Rohstoffen gewonnen, weshalb während des Herstellungsprozesses CO2 entsteht.
Sollte das neue Verfahren gut funktionieren, fällt bei jeder Tonne Methanol mindestens eine Tonne weniger CO2 an.
Vorerst wird das Methanol von Treibstoff- und Chemieunternehmen im Hafen von Antwerpen eingesetzt, wo jährlich etwa 235 Millionen Tonnen internationale Seefracht umgeschlagen werden.
In Zukunft könnte Methanol auch als nachhaltiger Treibstoff von Schiffen und Schleppern sowie im Straßenverkehr eingesetzt werden.
„Das Projekt passt perfekt zu unserer Nachhaltigkeitsstrategie“, so Dirk.
„Wir sind stets bemüht, Optionen für alternative Energien und die nachhaltige, kohlenstoffärmere Produktion von Chemikalien zu verfolgen.“
Ebensp an diesem komplexen, herausfordernden Projekt beteiligt sind ENGIE, Oiltanking, Port of Antwerp, Indaver und PMV.
ENGIE versteht den Strommarkt, Oiltanking kann Beratung zu den logistischen Aspekten der Methanolproduktion und -lagerung anbieten, und Indaver berät bei der CO2-Abscheidung.
„Seit unserem Start von BIOVYN™ im Oktober letzten Jahres wissen wir, dass es einen wachsenden Markt für kohlenstoffneutrale Chemikalien gibt", sagt Dirk.BIOVYN™ ist die jüngste PVC-Generation und wird aus erneuerbarer Biomasse statt Öl und Gas hergestellt.
Der flämische Minister Philippe Muyter meint, Innovation sei immer die Antwort auf große und kleine Herausforderungen.
„Wir werden das Klimaproblem nicht lösen, indem wir Unternehmen steuerlich das letzte Hemd ausziehen. Dieses innovative Projekt zeigt wieder einmal sehr deutlich, dass unsere Unternehmen Teil der Lösung sind, insbesondere wenn gemeinsam an einem Strang ziehen.“