Geschmack auf neues abenteuer entwickelt

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Geschmack auf neues abenteuer entwickelt

Investition am standort Baleycourt wegen idee von Enterprises
20
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2014

Baleycourt gehört zu den zwölf Geschäftsbereichen, die sich unter INEOS Enterprises’ Schirm befinden. Es ist ein kleiner Standort, gerade einmal so groß wie 20 Fußballfelder. Sein Beitrag zum Erfolg von INEOS ist allerdings nicht zu unterschätzen. 

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GESCHÄFTSPROFIL: BALEYCOURT

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INEOS Enterprises bringt in diesem Jahr ein weiteres neues Produkt heraus – Rapsöl in Lebensmittelqualität.

INEOS begibt sich damit erstmalig in den Lebensmittelbereich und wird bis Ende 2014 etwa 15.000 Tonnen Rapsöl an seinem Standort in Baleycourt (Frankreich) herstellen.

Es wird sich im Laufe der Zeit zeigen, ob diese Investition klug war, doch Ashley Reed, Chief Executive Officer von INEOS Enterprises, und Chief Operating Officer Steve Dossett, der das Unternehmen leitet,sind zuversichtlich.

„Wir haben einen für uns völlig neuen Weg eingeschlagen, doch Rapsöl wird aufgrund seines gesundheitlichen Werts und seines Preisvorteils gegenüber Olivenöl immer beliebter“, so Ashley.

Die Produktion von Rapsöl, das viel Vitamin E und nur die Hälfte der gesättigten Fettsäuren des Olivenöls enthält, wird zudem sicherstellen, dass der Standort – im Herzen des zweitgrößten Pflanzenölherstellungsgebiets in Frankreich – wettbewerbsfähig bleibt.

Baleycourt produziert schon jahrelang große Mengen an Biodiesel für französische Supermarktketten und Ölfirmen wie Total.

INEOS Enterprises stärkte Baleycourts Position 2008 noch weiter, indem ein 80 Millionen Euro-Joint Venture – bekannt als INEOS Champlor – mit der französischen Landwirtschaftsgenossenschaft SICLAE und der Ölmühle C. Thywissen gebildet wurde. Dies führte zur Eröffnung einer zweite Biodieselanlage, einer Rapsmühle und einer Ölraffinerie.

„Die Investition wurde in erster Linie von der französischen Regierung gefordert, die eine übergreifende Mischung von Biokraftstoffen vor Einführung der EU-Gesetzgebung forderte“, erklärt Ashley. „Für jeden Kraftstoffmarkt (Diesel und Benzin) gelten einzelne Eingliederungsziele mit empfindlichen Finanzstrafen für Mischer, die ihre Pflichten nicht erfüllten. Das bedeutet, dass wir einen garantierten Markt hätten.“

Dies bedeutet auch, dass INEOS den lokal angebauten Raps selbst vermahlen kann, statt Rapsöl aus Deutschland zu importieren, wohin der Raps früher für den Zerkleinerungsprozess transportiert wurde.

Aus finanzieller Sicht war die Investition sinnvoll, die Partnerschaft funktionierte wunderbar. INEOS kaufte den Raps zu günstigen Preisen, mahlte ihn und produzierte Tausende Tonnen an Biokraftstoff für einen Markt, der danach verlangte. Als Bonus entstand als Nebenprodukt Rapsmehl, das dem Schweinefutter als Protein ohne gentechnische Veränderungen zugesetzt wurde.

Zu Spitzenzeiten produzierte Baleycourt 140.000 Tonnen Biokraftstoff und 180.000 Tonnen Rapsmehl pro Jahr.

Dann begann der Wind sich zu drehen.

Die EU verabschiedete 2010 eine neue Vorschrift, die eine „doppelte Anrechnung“ beinhaltete.

Kraftstoffhersteller wurden aufgefordert, biologische Abfälle (z. B. gebrauchtes Frittieröl und Schmiermittel) in die Kraftstoffherstellung einzubeziehen. Da es keine Obergrenze für derartige Produkte gab, begann das internationale Ölhandelszentrum ARA 2011, den französischen Markt mit dieser Form von Kraftstoff zu überschwemmen und belastete damit erheblich die Nachfrage nach dem „einfach gerechneten“ Produkt auf Rapsölbasis. Das Produktionsvolumen von Baleycourt brach ein. Dazu kam eine Begrenzung der Importe nach Frankreich.

Die heimischen Hersteller erkämpften sich ihren Marktanteil zurück, allerdings hatte die Marktdynamik erheblichen Schaden genommen und die Fördergelder der französischen Regierung standen kurz vor Beendigung.

Im darauf folgenden Jahr machte die EU-Kommission eine wichtige Kehrtwende bei den Biokraftstoffen, indem ein Vorschlag für die Mengenbegrenzung der aus Pflanzen hergestellten Biokraftstoffe auf fünf Prozent vorgeschlagen wurde.

Im vergangenen Jahr wurde dann eine weitere EU-Vorschrift verabschiedet. Kurzum: Die EU hatte das Interesse an Biokraftstoffen auf Kulturpflanzenbasis verloren.

„In den EU-Institutionen wird weiterhin heftig diskutiert, was als Kulturpflanze zu betrachten ist. Es ist also lange noch nicht klar, wohin diese Entwicklung in den nächsten Jahren führen wird“, erklärt Ashley. „Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass es, wenn überhaupt, einen starken Anstieg der von der EU vorgegebenen durchschnittlichen Mischungsraten für Biodiesel geben wird, der aus Kulturpflanzen hergestellt wird.“

INEOS entschied, dass es an der Zeit war, die Dinge und die eigene Zukunft wieder selbst in die Hand zu nehmen.

Gegen Ende des letzten Jahres wurden die unwirtschaftlichen Schulden des JV mit den Banken neu verhandelt, die Partner des JV ausgezahlt, ein neuer und verbesserter Fünf-Jahres-Vertrag mit Landwirt/innen für Raps vereinbart und das Geschäft in Baleycourt umstrukturiert.

„Wir hatten schon längere Zeit daran gedacht, die zusätzlichen Kapazitäten für die Herstellung von Rapsöl und nicht für die Produktion von Biokraftstoffen zu verwenden. Wir benötigten dazu jedoch die Zustimmung aller Parteien“, so Steve. „Das JV konnte seine Schulden seit Ende 2010 bei seinen Gläubigern nicht bedienen und steuerte auf eine Insolvenz zu. Der Misserfolg war eine Option, INEOS sieht jetzt aber eine Zukunft in der Welt der Ölsaaten und des Biodiesels, während gleichzeitig die strategische Lieferung von lokalem Saatgut von französischen Genossenschaften aufrechterhalten wird. Mit diesem neuen Projekt haben wir einen Fuß in der Tür. Wir wissen, dass der Ölmarkt bereits sehr groß ist, aber wir sind zuversichtlich.“

Die Saat für dieses neue Abenteuer wird derzeit auf den Feldern um den 25 Hektar großen Standort in der Nähe von Verdun ausgebracht.

In Baleycourt, wo 150 Menschen beschäftigt sind und ein Umsatz von 250 Millionen Euro pro Jahr erzielt wird, geht es aber nicht nur um Biokraftstoffe.

An diesem kleinen französischen Standort werden seit mehr als 40 Jahren hochwertige Weichmacher aus Alkoholen und Säuren hergestellt.

Dank der Entwicklung der phthalatfreien CEREPLAS™-Ester floriert das Geschäft von INEOS. Diese Stoffe werden heute eingesetzt, um PVC-Frischhaltefolie und Lebensmitteltüten, Armaturenbretter, Vinylbodenbeläge, Rohrleitungen und Beutel für die Medizinbranche herzustellen.

In den letzten fünf Jahren wurde drei neue Produktklassen – Terephthalate, Trimellitate und Sebacate – entwickelt und auf den Markt gebracht. Dies führte zu einem Umsatzanstieg von mehr als 20 Prozent.

„Dieses Wachstum wurde von einer entsprechenden Marktnachfrage und unserer proaktiven Aufnahme von Kundentrends befeuert“, so Steve.

Phthalate werden eingesetzt, um Kunststoffe weich und flexibel zu machen und ihre Bruchfestigkeit zu verbessern. Ihr Einsatz wird aufgrund der Sorgen um potenzielle Gesundheitsrisiken jedoch genau unter die Lupe genommen.

„INEOS hat angesichts dieser Sorgen alternative, phthalatfreie Ester mit gleichen Eigenschaften entwickelt“, erklärt Steve. „Einige unserer Mitbewerber stellen immer noch phthalathaltige und phthalatfreie Produkte her. Wir haben uns aber dafür entschieden – und das war wichtig für uns –, den Standort zu 100 Prozent phthalatfrei zu machen. Auch wenn wir unsere Umsatzmöglichkeiten damit einschränkten, konnten wir unseren Kunden versichern, dass wir ihnen nie – auch nicht per Zufall – phthalathaltige Produkte liefern.“

Baleycourt, wo pro Jahr mehr als 700.000 Tonnen verschiedener Produkte umgeschlagen werden, stellt zudem Ester für den Schmiermittelmarkt her.

„Die Zukunft des Estergeschäfts bedeutet den ständigen weiteren Ausbau von speziell zugeschnittenen intelligenten Lösungen“, so Ashley.

Daneben wird weiter der sich immer wandelnde Markt genau beobachtet und die Entwicklung innovativer Produkte zur Erfüllung der Anforderungen der Kunden von INEOS vorangetrieben.

„INEOS Enterprises ist heute als wichtiger Lieferant von Estern in Europa anerkannt. Dies ist eine hervorragende Leistung, gerade in Anbetracht der Tatsache, dass Esterkunden in der Vergangenheit Änderungen aufgrund langwieriger Zulassungsprozesse ihrer nachgeschalteten Kunden eher kritisch gegenüberstanden“, erklärt Ashley.

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INEOS reduziert Zinslast um weitere 30 Millionen Euro

Dank unternehmerischen Denkens gelang es INEOS, weitere 30 Millionen Euro an jährlichen Zinszahlungen einzusparen, als das Untenehmen im Februar 2014 teilweise seine Kredite umfinanzierte. Video Diese jüngste Entscheidung, sich die günstige Lage auf den Finanzmärkten zunutze zu machen, erfolgte, nachdem INEOS schon im letzten Jahr seine Zinszahlungen erheblich reduzieren konte. Dies brachte Einsparungen in Höhe von 140 Millionen US-Dollar pro Jahr. „Diese Abschläge, plus die der letzten 18 Monate, haben uns eine Verringerung unserer Gesamtbelastung von 550 Millionen Euro auf 385 Millionen Euro ermöglicht“, so Graeme Leask, Finanzchef von INEOS Group Holdings. INEOS gelang es, die Zinssätze seiner Darlehen zu senken, da bei Anlegern großer Appetit herrschte am Erfolg von INEOS teilzuhaben. „Im Februar reagierten die Anleger überaus positiv“, so Graeme weiter. „Die Nachfrage nach der neuen Anleihe war siebenfach überzeichnet.“ Für seine Anleihen musste INEOS etwas weniger als 8 Prozent bezahlen. Bei der neuen Anleihe erhoffte man sich Zinsen von etwas über 6 Prozent. Tatsächlich waren es aber weniger als 6 Prozent. Es gelang auch, die Zinsbelastung durch Bankkredite zu verringern. „Diese Einsparungen wurden genutzt, um Schulden zu bezahlen, doch unsere Anleger wissen, dass wir viele gute Chancen in allen unseren Geschäftsbereichen haben, um mit dieser Anlage Geld zu verdienen. Somit ist es besser für INEOS und seine Anleger, dieses Geld wieder ins Unternehmen zu stecken, als Kredite zu reduzieren“, erklärt Peter Clarkson, Leiter für Anlegerbeziehungen bei INEOS. Finanzberater beschrieben den jüngsten Geschäftsabschluss als „eruptionsartig“, so Graemes Kommentar. INEOS führte seinen Erfolg auf den guten Draht, den man mit den Anlegern hat, zurück und auf die weiterhin starke Leistung des Unternehmens. „Wir sind unseren Anlegern gegenüber sehr offenen, und diese Transparenz kommt gut an“, so Peter. „Jede Woche erstellen wir einen Bericht für alle Anleger und Analysten. Das kommt sonst praktisch nicht vor. Sie erhalten somit eine Zusammenfassung dessen, was sich auf unseren wichtigsten Märkten tut.“ Dank dieser Kultur von Offenheit und Ehrlichkeit konnte INEOS auch die Zeit sparen, die sonst für Neuverhandlungen und zum Sichern besserer Zinssätze notwendig wäre. Eine Refinanzierung durch ein Emissionsgeschäft dauerte früher drei Wochen. Jetzt ist es eine Sache von Tagen, da die Anleger uns so gut kennen. Diese hochverzinslichen Papiere hätte INEOS eigentlich erst 2016 umfinanzieren müssen, doch man ergriff die Gelegenheit, nutzte die günstige Finanzmarktlage und reagierte schnell. „Normalerweise warten wir bei diesen Dingen nicht bis zum Schluss, damit wir viel Spielraum haben“, so Peters Kommentar. Das neuste Geschäft bescherte ein verbessertes Kreditrating von Moody‘s, das nun dasselbe Rating wie Standard & Poor’s gab: B1/B+. „Kreditratingagenturen sind eigentlich sehr wertkonservativ und ihr Standardszenario lautet, morgen geht die Welt unter, oder überzeugt uns, dass dem nicht so ist; ein besseres Rating ist in diesem Moment also eine gute Nachricht“, erklärt Peter. Daraus ergeben sich weitere Vorteile: man kann bessere Guthaben mit Lieferanten aushandeln, und das wiederum verbessert den Barmittelzufluss. Douglas Crawford, Analyst bei Moody’s, sagte, das verbesserte Rating spiegle auch teilweise die „robuste“ Leistung von INEOS für 2013 wider und dass man dieses Jahr große Hoffnungen auf das Unternehmen setze. Der Finanzdirektor der INEOS AG, John Reece, sagte, das Konzerngesamtergebnis 2013 sei insgesamt gut und das Jahr 2014 hätte positiv begonnen. Ein Großteil von INEOS’ Gewinnen sei allerdings in Amerika erwirtschaftet worden, mit einem Anstieg von 60 Prozent 2012 auf fast 70 Prozent 2013. „Schiefergas ist nicht der einzige Grund, weshalb wir in den USA so gut abschneiden, aber der Wandel wird dadurch bedingt“, meinte er. INEOS hat vor, im kommenden Jahr umfangreiche Investitionen in den USA zu tätigen. „Diese Anlage ist unsere oberste Priorität“, so John weiter. Zu den Plänen gehören: eine Polyethylenanlage, eine Oligomeranlage und eventuell eine neue Ethylenoxidanlage. John dazu: „Europa, insbesondere Südeuropa und Großbritannien, bereiten uns Kopfzerbrechen, doch unsere Entscheidung, günstiges aus Schiefergas gewonnenes Ethangas von Amerika nach Europa zu importieren, wird dazu beitragen, Betriebskosten in unseren europäischen Gaskrackern zu sparen und somit unsere Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.“ In Zukunft wird diese Reise fortgesetzt, die im April 2012 begonnen hat, als INEOS den höchsten Kredit ohne große Bedingungen für ein europäisches Unternehmen und damit den höchsten weltweit seit der Kreditkrise sicherte. „Das gehört zu unserer Strategie“, erklärt Graeme. „Wir sind Opportunisten. Wenn sich also eine Chance auf dem Markt bietet, unsere Zinsbelastung zu verringern und unsere Finanzierungsmöglichkeiten auszuweiten, sind wir dazu bereit.“

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Was ist unternehmergeist?

Diese Frage stellt sich die Wissenschaft schon seit Jahren. Bisher konnte man sich noch auf keine definitive Antwort einigen. Es ist jedoch wichtig, eine Antwort zu finden, da gemäß „The Economist“ Entrepreneurs Menschen sind, die Wert im Wertlosem und Möglichkeiten im Unmöglichen finden. INEOS ist ein Unternehmen, das stolz darauf ist, diesen Unternehmergeist zu atmen. Doch was genau ist damit gemeint? Unternehmergeist ist ein integraler Bestandteil von INEOS. Damit einher gehen Leidenschaft, Zielorientierung, Innovation, eine Vision und der Wunsch, schnell zu handeln. In der heutigen Welt müssen Unternehmen agil sein, um sich bietende Chancen als erste beim Schopf zu packen. Diese Qualitäten sind heute wichtiger denn je. „Unternehmergeist kann, zumindest für INEOS, in vier Worten zusammengefasst werden: Geschwindigkeit, Risiko, Motivation und Spaß“, erklärt Bill Reid, Business Director von INEOS O&P Europe (North). „Geschwindigkeit in der Beantwortung sich bietender Chancen, die Bereitschaft Risiken einzugehen, eine starke Motivation, das Unternehmen ständig zu pushen, aber auch Spaß in einem Umfeld zu haben, in dem uns INEOS Capital bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt großes Vertrauen entgegenbringt.“ Hans Casier, CEO von INEOS Oxide, sagt, dass INEOS-Vorstandsvorsitzender Jim Ratcliffe den Grundstein für unternehmerisches Denken gelegt hat, als er Inspec gründete, ein margenstarkes Unternehmen für Spezialchemikalien, dem eine ehemalige petrochemische BP-Anlage in Antwerpen gehörte. Jim kaufte diese Anlage in Belgien und benannte sie 1998 in INEOS um. „Am allerersten Tag bei Inspec wurden wir gefragt, ob wir mehr Glykol produzieren können“, erinnert sich Hans. „Wir hatten eine Idee, die schon jahrelang im Raum stand, doch BP hat sie nie umgesetzt und hatte auch kein Interesse am Standort. Jim sagte, wir sollen es machen, aber sicherstellen, dass es schnell ging. Das war ein völlig neuer Ansatz der Unternehmensführung. Er hatte eine Vision und Ideen. Er wollte nicht stillstehen. Er wollte es besser machen und war bereit Risiken einzugehen und das Geschäft voranzubringen. Das ist genau der Geist, der vom ersten Tag an ins Unternehmen kam. Aufbauend auf unseren Ideen produzierten wir sehr schnell zusätzliche 22.000 Tonnen Glykol. Das war erst der Anfang. Der Standort Antwerpen, der unter BP von Schließung bedroht war, ist heute dreimal größer als damals und entwickelt sich weiterhin prächtig.“ Calum MacLean, CEO von INEOS O&P Europe (UK), erklärt, dass der Unternehmergeist immer schon ein Teil von INEOS war. Er glaubt daran, dass es bei der Nutzung von Talenten wichtiger ist, wie sie entwickelt werden, statt was sie mitbringen. „Ich denke zwar, dass wahre Unternehmerinnen und Unternehmer geboren und nicht gemacht werden“, fügt er hinzu. „Aber sie können dennoch einen unternehmerischen Geist entwickeln, indem sie die Menschen um sich herum motivieren, Geschäftsaktivitäten anders anzugehen, in Lösungen und nicht in Problemen zu denken, sich außerhalb der Box zu bewegen und mit ihrem Verhalten Vorbild zu sein.“ Er ist überzeugt davon, dass es in jedem Unternehmen Menschen mit Unternehmergeist gibt, ihr Potenzial jedoch häufig von Vorschriften und Bürokratie im Keim erstickt wird. So etwas findet man bei INEOS nicht. „Wir haben keine große Unternehmenszentrale mit Leuten, die aus der Ferne managen“, so Calum. „Die Menschenmengen oder Gremien, die man in anderen großen Zentralen häufig findet, gibt es bei INEOS ganz einfach nicht.“ Jim Ratcliffe, der im vergangenen Jahr als erster Brite mit dem Petrochemical Heritage Award für seine visionäre Herangehensweise innerhalb der globalen petrochemischen Industrie ausgezeichnet wurde, glaubt, dass Bürokratie der größte Feind von Leidenschaft sei. „Sie erstickt Unternehmen“, sagt er Jims eigener unternehmerischer Denkansatz für die Führung eines Unternehmens hat eine Kultur gefördert, in der jeden Tag nach innovativen Lösungen gesucht wird.

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Das macht INEOS so anders

INEOS ist anders. Du siehst das in den Gesichtern der Menschen, die für das Unternehmen arbeiten, und spürst es in der Luft. Alles strahlt große Energie aus. INEOS mag zwar im Laufe der Jahre zum drittgrößten Chemieunternehmen der Welt gewachsen sein, seinen Spirit hat es aber nicht verloren.   Bei der Arbeit für INEOS wird unabhängiges Denken gefördert. Es ist gut zu wissen, dass immer ein Team hinter dir steht, wenn du es brauchst. Für mich heißt Unternehmertum, die Initiative zu ergreifen, andere zu inspirieren und Ergebnisse zu erzielen.Stijn DekeukeleireRTD EngineerINEOS Oxide, Belgien Nachdem ich in einem traditionelleren Blue-Chip-Chemieunternehmen beschäftigt war, wo meine Arbeit sicher und angenehm war, ist das INEOS-Umfeld deutlich herausfordernder und anspruchsvoller. Genau deshalb fühle ich mich stärker eingebunden, kann etwas bewirken und so die Arbeit viel mehr auskosten. INEOS will ständig die Geschäftschancen durch innovative Lösungen maximieren, egal ob technischer, geschäftlicher oder finanzieller Natur.Dave HartINEOS Nitriles, Seal Sands, UK INEOS akzeptiert es nicht, Dinge in einer bestimmten Art und Weise zu erledigen, nur weil das immer schon so gemacht wurde. Das Unternehmen stellt Konventionen gern in Frage und strebt ständig danach, gleiche Ergebnisse bei geringeren Kosten zu erreichen. Ich mag es, für ein Unternehmen zu arbeiten, dass mich herausfordert, eigene Lösungen zu finden. Das kann herausfordernd, gelegentlich frustrierend und manchmal unbequem sein.Paul McNultyINEOS Nitriles, Seal Sands, UK Beschäftigte zu motivieren, Lösungen für ihre eigenen Probleme zu finden, bedeutet, dass wir das Gefühl haben, unser eigenes Schicksal in der Hand zu halten. So ein Spirit schafft ein Umfeld, in dem einfach solide Netzwerke zwischen Menschen innerhalb von INEOS und außerhalb des Unternehmens geknüpft werden können.Johan LootsSenior Production Engineer Utilities + Energy & CarbonINEOS Oxide, Belgien INEOS bietet ein inspirierendes Umfeld, in dem du so weit gehen kannst, wie die eigene Fantasie es zulässt. Viele Menschen glauben, dass man nur durch lange Arbeitszeiten etwas erreicht, dagegen ist die Arbeit an den richtigen Zielen wahrscheinlich wichtiger, als unzählige Stunden am Schreibtisch zu verbringen. Das Geheimnis ist, sich zu konzentrieren, konzentriert zu bleiben und den eigenen Instinkten zu vertrauen. Da sich unser Geschäft ständig ändert, müssen wir uns an die neuen Umstände anpassen, neue Ziele setzen und intelligentere Lösungen implementieren. Der Glaube an dich selbst macht es so viel einfacher, andere zu überzeugen, dieselben Ziele zu erreichen. Du kannst herumsitzen und unendlich Analysen durchführen, doch in dieser Zeit überholt dich die Konkurrenz.Peggy GeritsPlanning & Logistics ManagerINEOS Oxide, Belgien INEOS ist definitiv eine unternehmerische Organisation. Das zeigt sich daran, wie sie ihre Geschäftsbereiche, Produkte und Menschen entwickelt. Es ist sowohl stimulierend als auch lohnend, die Freiheit zu haben, anders zu denken und sich neu eröffnende Chancen zu sehen. Dies macht sich in unserer Arbeit bemerkbar, sowohl in der sicheren Art und Weise, wie wir das Unternehmen betreiben, als auch in unserem ständigen Bestreben, die Auswirkungen auf unsere Umwelt zu vermindern.Kjell AnderssonKonstrukteurINEOS ChlorVinyls, Stenungsund, Schweden Bei INEOS werden wir ermutigt, „außerhalb der Box“ zu denken, um Lösungen für Probleme zu finden und das Unternehmen weiter zu entwickeln. Jeden Tag ergeben sich dazu bei der Arbeit neue Gelegenheiten. Wir sind zwar alle verschieden, haben unterschiedliche Eigenschaften und Charakterzüge, aber Innovationen liegen uns allen am Herzen.Carita JohanssonHR-Verantwortliche und Communications OfficerINEOS ChlorVinyls, Stenungsund, Schweden INEOS fühlt sich an wie ein Start-up, voller Spirit und Drive, mit klaren Verantwortlichkeiten. Es vertritt eine No nonsense- Philosophie und fordert Menschen heraus, Lösungen für Probleme zu finden und den Job erledigt zu kriegen. Ich habe in anderen Unternehmen gearbeitet, wo mich die Bürokratie erstickte und ich so oft gegen Mauern anrannte, dass ich keine Lust mehr hatte, für sie zu arbeiten. Nicht so bei INEOS.Debbie ClarkPersonal Assistant/Office ManagerINEOS Group, Hampshire UK INEOS agiert ganz anders als andere Unternehmen, vor allem der chemischen Industrie. Menschen, die Hierarchien m.gen, sind hier verloren. INEOS bringt dich dazu, anders zu denken, flexibel und geradeheraus zu sein sowie jenseits von Konventionen zu arbeiten. Wenn du jemand bist, der sich damit anfreunden kann, der einen hohen Grad an Freiheit mag und wirklich etwas bewegen will, dann ist das dein Unternehmen. Es ist gro.artig, keine Grenzen als die selbst gesetzten zu haben. Hier werden wir ermutigt, neue Wege einzuschlagen, frische Ideen auszuprobieren und das gr..ere Ganze zu erkennen. Bei INEOS geht es um die Leidenschaft – und den Willen – die Dinge voranzubringen.Dr. Anne-Gret Iturriaga AbarzuaHead of Corporate CommunicationsINEOS Olefins & Polymers Europe North Ich betrachte INEOS ganz klar als unternehmerisches Chemieunternehmen, weil es bereit ist, bestehende Arbeitsweisen und gesellschaftliche Einstellungen in Frage zu stellen. Die Arbeit für dieses Unternehmen ist unglaublich lohnend, weil es mich ständig herausfordert, Lösungen für eigene Probleme zu suchen, zu finden und umzusetzen.David SopherINEOS Nitriles, Seal Sands, UK Das INEOS-Management ist sehr engagiert und erfolgreich. Mein Job ist so erfüllend, dass er sich nicht nach Arbeit anfühlt. Unternehmertum bedeutet für mich, persönliche Verantwortung für das Geschäft zu unternehmen. Das hat INEOS insbesondere in der Krise 2008/2009 und kürzlich während des Streiks in Grangemouth bewiesen.Manfred HartungAsset Manager Energy DepartmentINEOS Olefins & Polymers Europe North Als frischgebackener Absolvent macht mich INEOS zu einem „Du kannst das“-Ingenieur. Man bringt mir bei, raus zu gehen Dinge selbst herauszufinden, während ich immer den Rückhalt und die Unterstützung gut geschulter und sehr erfahrener Kollegen habe, die mir helfen, wenn’s notwendig ist. Bei INEOS bekommst du echte Kompetenzen und echte Verantwortung übertragen und wirst mit der echten Geschäftswelt konfrontiert. Mit der richtigen Einstellung und Haltung kommt man sehr weit, weil die Möglichkeit da ist. Täglich befassen wir uns mit echten Aufgaben und echten Problemen und arbeiten gemeinsam daran, damit bis zum Feierabend die meisten Probleme gelöst sind.Amadou TounkaraI&E Reliability EngineerINEOS O&P USA Bei INEOS bekommen wir die Freiheit, unser Wissen und unsere Ressourcen zu verwenden, um innovative und wertvolle Ideen proaktiv und angstfrei zu entwickeln. Diese Herangehensweise bedeutet, dass wir nicht „Brände bekämpfen“ oder traditionelle, vorgeschriebene oder alteingesessene Wege in unserer Arbeit beschreiten.Mark GessnerEngineering AdvisorINEOS O&P USA Es ist interessant und aufregend für ein Unternehmen zu arbeiten, das dich herausfordert, Lösungen für deine eigenen Probleme zu finden. Bei INEOS wirst du ermuntert, einfallsreich zu sein, neue Arbeitsweisen zu finden und deine eigene Rolle zu entwickeln.Annika PetrussonAssistentin des Managing Director INEOS ChlorVinylsStenungsund, Schweden Bei INEOS kriegst du nichts vorgekaut, weshalb du dich viel schneller entwickelst und mehr lernst, als anderswo. Die fehlende zwanghafte Hierarchie erlaubt es Menschen, sich zu entfalten, und das ist ein echter Vorteil für das Unternehmen, da sich jedes Organisationsmitglied persönlich für den Erfolg engagiert. Ich sehe bei der Arbeit täglich Hinweise auf Unternehmertum, weil ich von Leuten umgeben bin, die sich von ihrer Stellenbeschreibung keine Grenzen setzen lassen und ständig nach Chancen für Geschäftsentwicklung, Verbesserungen und Effizienz suchen. Dies passiert ganz freiwillig, ohne Druck von irgendwem. Starke Selbstdisziplin kombiniert mit großer Motivation und Zielorientierung durchzieht die gesamte Organisation.Gabriella IsidroPolymer Product OfficerINEOS Olefins & Polymers Europe North

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Unternehmergeist

Wenn große Geister ähnlich denken, können unglaubliche Dinge geschehen. Das fand INCH bei der Spurensuche nach Unternehmertum bei INEOS in der Praxis heraus. Eleanor Roosevelt sagte einst, die Zukunft gehört denen, die an die Schönheit ihrer Träume glauben. Sie gehört auch denen, die bereit sind die Gegenwart herauszufordern. Bei INEOS wird diese Herangehensweise aktiv unterstützt, zelebriert und belohnt. Das Unternehmen unterstützt seine Beschäftigten, Chancen zu erkennen, das Unternehmen besser zu führen und – wo auch immer sie sitzen – den Drive zu haben, Dinge umzusetzen. 2009 hat INEOS genau das während der schlimmsten globalen Rezession seit Jahrzehnten getan. Es sah eine Chance, reagierte schnell mit einer klaren, strategischen Vision und schrieb ein vollkommen neues Kapitel in der Geschichte der europäischen Petrochemie. „Das war ein Paradigmenwechsel“, so Bill Reid, Business Director bei Olefins & Polymers Europe (North). Die Nachfrage in Europa ging rapide zurück, die Gewinne brachen ein, Europas Kracker wurden geschlossen und der wichtigste INEOS-Wettbewerber ging Pleite. Es machte die Sache noch schlimmer, dass der Preisunterschied für Energie und Rohstoffe in Europa und Amerika immer größer wurde, nachdem die USA ein Weg gefunden hatten, an riesige Reserven von zuvor nicht genutztem Schiefergas zu gelangen. „Das waren zweifellos die schwierigsten Zeiten für unser Unternehmen und die Industrie allgemein“, so Bill. Hoffnungslose Zeiten erfordern radikales Denken. INEOS entschied, sollte es nicht die erdrückenden Energiepreise in Europa senken können, es das günstige, aus Schiefer gewonnene Ethangas aus den USA nach Europa bringen werde, um so die Betriebskosten zu senken und im globalen Olefin- und Polymergeschäft weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben. Der Plan ging auf. 2012 schloss INEOS eine fast unmöglich scheinende Folge von Verträgen mit drei Unternehmen über 15 Jahre, die für die Förderung, Verteilung, Verflüssigung und die Logistik zur Lieferung von Hunderttausenden Tonnen Ethan pro Jahr von Amerika nach Norwegen und Schottland verantwortlich wären. Zugleich wurde mit dem Bau eines Gastanks und eines Terminals am Olefins & Polymers-Standort Rafnes begonnen. Wenn in Rafnes ab Beginn des nächsten Jahres die ersten Lieferungen anlanden, wird INEOS das erste petrochemische Unternehmen in Europa sein, das günstiges Gas aus den USA importiert und den Wettbewerbsvorteil von Schiefergas nutzt. „Auf diese Idee ist bisher niemand gekommen“, erklärt Dr. Gerd Franken, CEO von Olefins & Polymers Europe (North). Der INEOS-Standort Grangemouth in Schottland wird die Vorteile dieses unternehmerischen Denkens spüren, sobald die ersten Lieferungen von aus Schiefer gewonnenem Gas aus den USA ab 2016 in Großbritannien einlaufen und die zurückgehenden Rohstoffbestände aus der Nordsee ersetzen. Die 300 Millionen Pfund teure Investition in ein neues Importterminal mit einem 40 Meter hohen Ethantank, der bis zu 33.000 Tonnen Ethan fassen kann, wird dazu beitragen, einen verlustreichen in einen profitablen Standort zu verwandeln. Dieses unternehmerische Denken ist in der INEOS-Kultur verankert. Beschäftigte wollen nicht nur Geld verdienen – sie wollen einen Unterscheid machen. Noch wichtiger: Sie glauben fest daran, dass sie es können. Die Überwindung von Hürden, die Entdeckung neuer Arbeitsweisen, laterales Denken und die regelmäßige Herausforderung des Status quo sind typisch für den Arbeitsalltag bei INEOS. Der unternehmerische Geist ist auch daran erkennbar, wie andere Unternehmen akquiriert werden, in der strategischen Vision und der Fähigkeit, kritische Entscheidungen schnell zu treffen. INCH fand heraus, dass INEOS jede und jeden über alle Ebenen hinweg ermutigt, nicht nur Probleme, Lösungen und Chancen zu sehen, sondern auch Ideen für deren Umsetzung zu entwickeln.

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Eine inspirierte belegschaft

Neue Ansätze: Ein neuer Ansatz von INEOS Oxide führte dazu, dass der Geschäftsbereich nicht nur Abfälle zu barem Geld machte, sondern auch noch viel versprechende Geschäftsgelegenheiten für zwei weitere Unternehmen schuf und das Äquivalent von 60.000 Fahrzeugen von der Straße holte. Der Ball wurde ins Rollen gebracht, als sich INEOS auf die Suche nach Unternehmen machte, die Interesse an CO2 hatten, das von der eigenen Ethylenoxidanlage in Belgien produziert wurde. „Wir machen relativ viel CO2 und wussten, dass es irgendwo eine gute Verwendungsmöglichkeit dafür geben müsste – aber es war leider nicht unser Markt“, erläutert Hans Casier, CEO von INEOS Oxide, das die energieeffi zienteste Ethylenoxidanlage in Europa betreibt. Statt das CO2 in die Atmosphäre abzugeben, machte sich INEOS Oxide auf, zwei Unternehmen zu fi nden, die gemeinsam mit der Nutzung von CO2 ein erfolgreiches Geschäft betreiben könnten; z. B. könnte CO2 zur Herstellung von Sprudelgetränken sowie von Trockeneis verwendet werden, das Lebensmittel und Getränke beim Transport zwischen Lager und Verkauf kühl hält. INEOS stellte dann die Firma Messer der Firma Strombeek IJsfabriek vor, die gemeinsam ein Joint Venture gründeten und nun ihr neues Unternehmen BECO2 am INEOS-Standort Zwijndrecht in Antwerpen betreiben. „Wir überzeugten sie, ihr eigenes Unternehmen aufzubauen, anstelle CO2 von Dritten zu erwerben“, so Hans. „Sie nehmen zurzeit etwa 150.000 Tonnen CO2 ab. Wir teilen uns Kosten und Infrastruktur.“ Bei der Pressevorstellung der CO2-Verfl üssigungsanlage wurde CO2 direkt aus der Ethylenoxidanlage geleitet und in Sprudelwasser verwandelt. „Alle Beschäftigten der Anlage, die vor Ort waren, nahmen sich ein Glas“, erzählt Hans. „Wir boten es der Presse an und die wich zurück. Ein typisches Beispiel dafür, dass die Öffentlichkeit keine Ahnung hat, worum es bei Chemikalien geht.“ Konzentration auf Nischenmärkte: Plant man die Entwicklung eines neuen und leistungsstarken Isolierungsmaterials, kommt man nicht sofort auf die türkische Baubranche als sich anbietender Markt. Nicht jedoch bei INEOS Styrenics. „Die türkische Wirtschaft ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Die Bauverordnungen der Regierung sind nach den schweren Erdbeben von 1999 und 2011, als viele Gebäude zusammenstürzten, verschärft worden“, erklärt Rob Ingram, Chief Operating Officer von INEOS Styrenics. „Es wurde sehr viel gebaut, die Isolierung von Bauten gewann an Bedeutung, als die Standards erhöht wurden.“ Expandiertes Polystyrol (EPS) in Form weißer Schaumblöcke wird überwiegend für die Bauisolierung in Europa eingesetzt und kam auch in der Türkei bereits zum Einsatz. Die graue Version dieses Materials mit verbesserten Wärmeisolierungseigenschaften um 20 Prozent hingegen war neu für den türkischen Markt. INEOS hatte drei Optionen: um einen größeren Anteil des sich entwickelnden Marktes für graues EPS in Deutschland zu kämpfen, wo die Vorteile bereits bekannt waren, aber auch ein starker lokaler Hersteller vertreten ist; warten, bis sich der Rest Europas weiterentwickelt und dem deutschen Vorbild folgt; oder alternative Märkte zu suchen und den Vorteil zu nutzen, erster Anbieter zu sein. INEOS Styrenics entschied sich für die dritte Option. Es arbeitete mit einem seiner wichtigsten Kunden in der Türkei zusammen und verkaufte ihm die Vorteile des Produkts EPS Silver. Gemeinsam erkannten sie die Chance, der erste Anbieter zu sein, der dieses neue Material in der Türkei einführte. Sie stellten das Produkt gemeinsam auf einer großen nationalen Baumesse vor, sprachen mit Architekt/innen und Bauunternehmen über die Vorteile des Produktes, führten Branchenseminare durch und schrieben eine Reihe von Artikeln für die nationale Wirtschaftspresse. „Der Erfolg kam nicht über Nacht, doch innerhalb von fünf Jahren haben wir den Verkauf aus dem Nichts aufgebaut, um Marktführer zu werden“, so Rob. „Das erreichten wir, weil wir die Chance erkannten und unser Produkt schnell als Standard für hohe Qualität auf dem Markt etablierten.“ Leben, woran du glaubst. An dein vorhaben zu glauben, ist genauso wichtig wie der Plan selbst. Bei der INEOS Europe AG rettete dieser Glaube die PP-Anlage in Sarralbe, ein kleiner Produktionsstandort für Polypropylen in Frankreich, der pro Jahr etwa vier Millionen Euro Verlust einfuhr. Xavier Cros, Polymers Business Manager von INEOS O&P South, übernahm 2012 den Standort und setzte einen detaillierten Plan um, der in der Vergangenheit kläglich gescheitert war. „Keine der Maßnahmen war wirklich neu oder bahnbrechend“, erklärt er. „Der Unterschied war nur, dass alle Beteiligten vor Ort diesmal daran glaubten, dass die Änderungen funktionieren würden.“ Er wendete sich an die gesamte Belegschaft und gab allen ein konkretes Ziel. „Alle Beschäftigten vor Ort wurden Teil dieses Plans, somit lag es auch an allen, ob er erfolgreich sein oder scheitern würde“, so Xavier. Der Plan ging auf. Innerhalb eines Jahres bewegte sich der Standort wieder in der Gewinnzone. „Dieser Erfolg hat dem Standort neues Leben eingehaucht“, fügt Xavier hinzu. „Alle glauben jetzt daran, dass wir uns in diesem Jahr sogar noch verbessern können.“ Produktinformation: Methoxypolyethylenglycol (MPEG) wurde bereits seit mehr als 50 Jahren verwendet, als INEOS 1998 gegründet wurde. Es handelte sich um ein bewährtes Molekül, für das es jedoch nur wenige Einsatzbereiche gab. Kurz nachdem INEOS den früheren BP-Petrochemiestandort in Antwerpen übernommen hatte, wurde nach Möglichkeiten gesucht, die Zusammensetzung vieler Chemikalien zu ändern, um sie damit besser fürs Unternehmen einzusetzen, einen höheren Wert zu erzielen und Kunden mit besseren Produkten zu beliefern. MPEG war eine davon. Bevor INEOS allerdings die Änderungen vornahm, untersuchte ein Team den Markt, um herauszufinden, was Bauunternehmen benötigen und fordern. „Durch die Änderung der Spezifikation und die Zusammenarbeit mit den wichtigsten Unternehmen führten wir für diesen Sektor eine völlig neue Technologie ein“, erläutert Hans Casier, CEO von INEOS Oxide. „Ein gutes Beispiel ist der schnell abbindende Zement. Wir entwickelten die Lösung, indem wir die Weise, wie wir das Molekül produzieren, änderten, um so die Anforderungen des Anwendungsbereichs zu erfüllen. Damit erreichten wir einen erheblichen Anstieg bei Umsatz und Marktanteil.“ Mutige Entscheidungen: Führung erfordert Mut. Vor zwei Jahren noch kaufte INEOS Katalysatoren und verkaufte sie an Kunden weiter. Heute stellen wir sie selbst her und verkaufen ca. 500 Tonnen pro Jahr – dank unserer mutigen Entscheidung, ein Werk für die Herstellung von Katalysatoren in Indien zu errichten. „Hätten wir das Werk in Europa oder in Amerika gebaut, wären die Kosten vier Mal so hoch gewesen“, erklärt Peter Williams, CEO von INEOS Technologies. INEOS stellt heute in Zusammenarbeit mit einem lokalen Unternehmen Katalysatoren in der eigenen Anlage her und liefert sie an Kunden weltweit. „Wir sind zwar ein kalkuliertes Risiko eingegangen, doch ist es ein sehr wettbewerbsfähiges und für uns wichtiges Geschäft. Den Bau einer solchen Anlage an einem der bestehenden Standorte von INEOS hätten wir nicht bezahlen können“, fügt er hinzu. Das Katalysatorenwerk ist so erfolgreich, dass zurzeit ein zweites gebaut wird. Die Bereitschaft, Risiken einzugehen: Die bereitschaft kalkulierte Risiken einzugehen, ist ebenfalls ein Beispiel für wahren Unternehmergeist in der Praxis. Laut CEO Peter Williams zeigte sein Team von INEOS Technologies das, als ein neuer Kunde in Mexiko gewonnen werden sollte. INEOS stand kurz davor, seine Technologie für eine Polymeranlage an ein Unternehmen in Mexiko lizenzieren zu lassen. Der Kunde zeigt sich jedoch besorgt darüber, dass INEOS erstmals das Produkt auf kommerzieller Basis herstellen sollte. „Von der Arbeit in unserem Labor ausgehend, wussten wir, dass dies möglich war, zudem hatten wir großes Vertrauen in unsere Fähigkeiten“, so Peter. Um den Kunden zu überzeugen, setzte INEOS eine Pilotanlage für die Herstellung des Produkts ein und schickte es nach Japan, wo es zu dem konvertiert wurde, was der Kunde erwartete – Verpackungen. INEOS sendete dann ein Team nach Mexiko, um die Verpackungen auf dem Markt zu testen. „Wir stellten nur zwei Chargen des Produktes her und trafen genau ins Schwarze“, erzählt Peter. „Wir gewannen den Auftrag, und die Beziehung zum Kunden wird laufend stärker.“ Denken „außerhalb der Box“: Unkonventionelles Denken kann Millionen sparen. Dies erkannte INEOS Phenol, als die Nutzung von brachem Land und des eigenen Jetty einem benachbarten Unternehmen in Antwerpen, Belgien, angeboten wurde. Diese Vereinbarung ist ein großartiges Beispiel einer Win-Win-Situation, in der beide Parteien vom Gesamtprojekt profitieren. ADPO wird den INEOS-Jetty (eine kritische Einrichtung für ein Logistik- und Lagerunternehmen für Chemikalien mit Sitz in einem großen Hafen) nutzen können, und INEOS wird von den neuen Schienenstränge, Pipelines und Verladeeinrichtungen, die ADPO direkt neben INEOS errichten will, profitieren. „Der Hauptschienenstrang läuft direkt an unserem Standort vorbei. Weiterhin wird ein neuer Schienenstrang gebaut, der direkt darauf zuläuft. Unser Phenol und Aceton kann also künftig direkt auf Züge verladen werden und muss nicht auf der Straße transportiert werden“, so Nick Williamson, Business Development Manager bei INEOS Phenol. „Allein das Verlegen eines ein Kilometer langen Schienenstrangs kostet mehrere Millionen Euro. Wir hätten diese Investition niemals rechtfertigen können. Durch die Planung gemeinsam mit ADPO jedoch haben wir beide einen Vorteil. Indem wir die Dinge anders betrachtet haben, konnten wir einen Wert fürs Unternehmen generieren.“ ADPO plant zudem einen erheblichen Ausbau des Jetty, das heißt, INEOS kann künftig größere Mengen an Rohstoffen anliefern lassen und mehr exportieren. „Eine wichtige Investition für unser Unternehmen, die uns weitere Möglichkeiten eröffnet“, fügt Nick hinzu.

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Das Gesicht der Gesellschaft verändern

Wenn Sie aufgefordert werden, die größten Unternehmergeister der Geschichten zu benennen, wen würden Sie wählen? Den Mann, der das iPhone kreierte, den „schwierigen“ Schüler, der die elektrische Glühbirne erfand oder die Dame, die davon überzeugt war, dass jede Frau schön sein kann? INCH fand heraus, dass die Frage zwar einfach zu stellen, sie zu beantworten jedoch schwierig ist.   APPLE Steve Jobs (1955 – 2011) war Mitbegründer von Apple. Sein Schulfreund Steve Wozniak und er verkauften 1976 den ersten Apple-Computer. Jobs verließ Apple 1985 im Streit, kehrte jedoch 1996 zurück und wurde 1997 Vorstandsvorsitzender. Er nahm die schlechte Wirtschaftlichkeit von Apple in Angriff und überwachte die Entwicklung von iPod, iPhone und iPad. Viele sagen, dass Jobs größtes Talent darin bestand, den Markt zu hinterfragen und innovative Produkte zu kreieren, die alle haben möchten.  AMAZON Jeff Bezos (1964 –) verließ 1994 seinen gut bezahlten Job bei einem Hedgefonds in New York City und gründete in seiner Garage die E-Commerce-Website Amazon. Anfangs wurden darüber nur Bücher verkauft, aber Bezos war nicht zufrieden damit, Buchhändler zu sein. Er wollte mehr für Amazon. Also machte er den Onlineeinkauf so einfach, dass Kund/innen nun mit einem Mausklick nahezu alles finden und kaufen können. Amazon ist heute größter Händler im Internet.  FACEBOOK Mark Zuckerberg (1984 –) schrieb bereits während seiner Schulzeit Computerprogramme. Mehrere Unternehmen – u. a. AOL und Microsoft – wollten ihn einstellen, noch bevor er sein Studium an der Harvard University abgeschlossen hatte. Er lehnte ab und gründete Facebook. Sein soziales Netzwerk mit einem Marktwert von mehr als 150 Milliarden Dollar nutzt heute mehr als eine Milliarde Menschen. STAHLINDUSTRIE Andrew Carnegie (1835 – 1919) ist für seine Geschenke in Form öffentlicher Bibliotheksgebäude bekannt. Er war aber auch Industrieller, der die bedeutende Expansion der amerikanischen Stahlindustrie gegen Ende des 19. Jahrhunderts anführte. Als er 1901 sein Unternehmen an JP Morgan verkaufte, wurde es auf mehr als 400 Millionen Dollar geschätzt. Sein Handeln war vom Wunsch bestimmt, anderen zu helfen. Als er 1919 starb, hatte er bereits 350 Millionen Dollar seines Besitzes verschenkt. Er schrieb einst: „Wer als reicher Mann stirbt, stirbt in Ungnade.“ FLUGZEUGINDUSTRIE Das erste Flugzeug wurde von Wilbur Wright (1867 – 1912) und seinem Bruder Orville (1871 – 1948) erfunden. Nachdem die beiden lange Zeit Vögel beim Flug beobachtet hatten, bewiesen sie schließlich am 17. Dezember 1903 mit ihrem Flugzeug der Welt, dass auch Menschen fliegen konnten: 37 Meter in 12 Sekunden. IKEA Der Schwede Ingvar Kamprad (1926 –) begann im Alter von 14 Jahren mit dem Verkauf von Streichhölzern an Nachbarinnen und Nachbarn, die er in großen Mengen in Stockholm einkaufte. Erstaunt darüber, ein Produkt einkaufen und mit Gewinn weiterverkaufen zu können, fachte seinen Ehrgeiz an. Er verkaufte daraufhin auch Fisch, Weihnachtsdekoration, Kugelschreiber, Bleistifte und Saatgut. Mit 17 gab er seinem Unternehmen den Namen IKEA und erweiterte das Warenspektrum. Mit 21 begann er Möbel zu verkaufen und mit 27 Jahren – 1953 – eröffnete er sein erstes IKEA-Geschäft. Heute hat IKEA Niederlassungen in 25 Ländern und erzielt einen Jahresumsatz von mehr als 21 Milliarden Euro. DAS AUTO Henry Ford (1863 – 1947) machte Autos für alle. Sein Modell T hatte alles, was ein Auto seiner Ansicht nach bieten sollte – nicht zu teuer und zuverlässig. Allerdings konnten damals nur wenige Autos pro Tag produziert werden; nicht genug, um die Nachfrage zu befriedigen. Deshalb eröffnete er ein großes Werk mit Fertigungslinie und wurde damit zum größten Autohersteller der Welt mit einem Auto, das leicht zu bedienen und günstig zu reparieren war.  KOSMETIKA Estée Lauder (1906 – 2004) war die Tochter eines ungarischen Immigranten. Sie gründete 1946 mit nur vier Produkten und dem unerschütterlichen Glauben, dass jede Frau wunderschön sein könne, ihr Kosmetikunternehmen. Anfänglich verkaufte sie ihre Pflegeprodukte an Kosmetiksalons und Hotels und war davon überzeugt, dass man auf Kunden zugehen muss, um Verkäufe zu generieren. „Nicht mit Wünschen und Träumen habe ich erreicht, was ich bin, sondern mit harter Arbeit“, erinnerte sie ihr Verlaufsteam oft. Heute gehören ihre Kosmetika zu den weltweit führenden Marken. JEANS Levi Strauss (1829 – 1902) wurde in Deutschland geboren und wanderte 1847 nach Amerika aus, um für seine Brüder zu arbeiten. Sechs Jahre später gründete er sein eigenes Unternehmen. Er importierte Kleidung, Unterwäsche, Regenschirme und Stoffe, die er an kleine Geschäfte entlang der Westküsten der USA verkaufte. Einer seiner Kunden, ein Schneider, brachte ihn auf die Idee, robuste „Taillenoveralls“ herzustellen, die wir heute als Jeans kennen. Man nimmt an, dass die Jeans zunächst von Näherinnen individuell hergestellt wurden. Als Jeans in den 1880er-Jahre immer beliebter wurden, eröffnete Strauss ein eigenes Werk. Der Rest ist Geschichte. DER KOMPASS Der erste Kompass wurde während der Han-Dynastie in China erfunden. Er bestand aus Magneteisenstein, einem natürlich magnetisierten Eisenerz. Dank des Kompasses konnten sich Seefahrer fernab vom Festland auf Meeren sicher bewegen. Dadurch kam es zu einem Anstieg des Seehandels, dieser wiederum leistete einen großen Beitrag zum Zeitalter der Entdeckungen. ENTDECKER Der Portugiese Ferdinand Magellan (1480 – 1521) organisierte jene Expedition, die zur ersten Weltumseglung führte. Er stellte eine Flotte von fünf Schiffen zusammen und bewies trotz schwieriger Rückschläge (der Kapitän eines seiner Schiffe segelte nach Hause zurück und Magellan selbst starb in der Schlacht von Mactan), dass die Erde rund ist. THE PRINTING PRESS Johannes Gutenberg (1395 – 1468), ein deutscher Goldschmied und Kaufmann, erfand 1436 die Druckerpresse mit austauschbaren und beweglichen Holz- und Metalllettern. Seine Erfindung, für die er sich Geld leihen musste, revolutionierte die Herstellung von Büchern.  DIE GLÜHBIRNE Thomas Edison (1847 – 1931) war das jüngste von sieben Kindern. Seine Mutter beschloss, ihn zu Hause zu unterrichten, nachdem ihn sein Lehrer als schwierig bezeichnet hatte. Erst mit vier Jahren lernte er zu sprechen, hörte dann aber nicht mehr auf „Warum?“ zu fragen. Mit 12 begann er Zeitungen zu verkaufen und gab später seine eigene kleine Zeitung heraus. Während seines Lebens meldete er mehr als tausend Patente an, darunter die elektrische Glühbirne, das erste geeignete Diktaphon, der Phonograph und Batterien. Sein letztes Patent erhielt er im Alter von 83 Jahren. GOOGLE Larry Page (1973 –) und Sergey Brin (1973 –) trafen sich 1995 an der Stanford University. Larry wollte die Universität besichtigten und Sergey sollte ihn herumführen. Zwei Jahre später gründeten die beiden Studenten gemeinsam Google, das sich zu einem der am schnellsten wachsenden Unternehmen aller Zeiten entwickelte. Google ist heute die beliebteste Suchmaschine. Ihre Philosophie ist simpel: Großartig ist einfach nicht gut genug.  TATA GROUP J R D Tata (1904 – 1993) wurde 1929 als erster Pilot Indiens zugelassen und gründete 1932 Tata Airlines, die erste kommerzielle Fluggesellschaft Indiens, später Air India. 1925 trat er als unbezahlter Auszubildender bei Tata & Sons ins Unternehmen seines Onkels ein. 1938 wurde er mit 34 Jahren zum Vorsitzenden gewählt. Unter seiner Führung wuchs das Vermögen der Gruppe von 100 Millionen auf 5 Milliarden US-Dollar. Er gründete 14 Unternehmen, und bei seiner Pensionierung gab es 95 Unternehmen in der Tata Group. TRICKFILME Walt Disney, Schöpfer so magischer Figuren wie Mickey Maus und Schneewittchen, galt als Pionier des Animationsfilms. Während seiner 43 Jahre dauernden Karriere in Hollywood wurde er dafür bekannt, Amerikas Träumen Wirklichkeit werden zu lassen. Sein Streben nach Perfektionierung der Animationskunst war unendlich. Als Technicolor Einzug in den Animationswelt nahm, hielt er zwei Jahre lang das Patent dafür, womit Disney der Einzige war, der Farb-Cartoons in Farbe machte. DAS INTERNET Der Computerwissenschaftler Sir Timothy Berners-Lee (1955 –) erfand 1989 während seiner Arbeit für CERN, das europäische Labor für Kernforschung, das World Wide Web als Internet-basierte Hypermediainitiative für den weltweiten Informationsaustausch. Die Idee galt einem effektiveren CERN-Kommunikationssystem, doch er realisierte, dass dies ein Konzept war, das man weltweit einführen könnte. Die erste Website wurde bei CERN gemacht und ging am 6. August 1991 online.  COCA COLA Der Apotheker John Pemberton (1831 – 1888) aus Atlanta erfand 1886 eine duftende, karamellfarbene Flüssigkeit. Er war neugierig, was passieren würde, mischte man diese Flüssigkeit mit Sprudelwasser und brachte sie deshalb zu Jacobs’ Pharmacy. Weil die Kundinnen und Kunden das Getränk mochten, begann Jacobs’ Pharmacy das Getränk für 5 Cent (weniger als 0,02 Euro) pro Glas zu verkaufen. Pembertons Buchhalter Frank Robinson nannte die Mixtur Coca Cola. Im ersten Jahr verkaufte Pemberton neun Gläser pro Tag. Kurz nachdem das Getränk den Markt eroberte, erkrankte er schwer. Asa Candler, ein begabter Verkäufer, sicherte sich die Rechte an Coca Cola und wandelte es aus einer Erfindung in ein Unternehmen um. Heute erzielt der Coca Cola-Konzern mehr als 35 Milliarden Dollar Umsatz. CHINA YOUTHOLOGY Zafka Zhang war 2008 Mitbegründer des Marktforschungsunternehmens China Youthology. Er glaubt, die heutige Generation besitze die Macht, die chinesische Gesellschaft zu ändern. Unternehmen wie Audi, Nokia, L’Oreal und Daimler haben bereits seine Onlinedienste genutzt, um Zugang zur Jugendkultur Chinas zu erhalten und zu verstehen, wie die eigenen Marken besser vermarktet werden können. MICROSOFT Bill Gates (1955 –) programmierte Computer schon mit 13. Er brach sein Studium in Harvard ab, um seine Energie in Microsoft zu stecken, getrieben von dem Glauben, Computer würden ein wertvolles Werkzeug in jedem Büro und in jedem Haushalt sein. Er entwickelte Software für Heimcomputer und führte damit ihre Revolutionierung an. Bill Gates überschrieb bereits 28 Milliarden Dollar an seine Stiftung und will nun die Kinderlähmung ausrotten, mit demselben Enthusiasmus wie bei Microsoft.  FEDEX Fred Smith (1944 –) nahm das von seinem Vater geerbte Geld und gründete Federal Express, ein globaler Zustelldienst mit Übernachtlieferung. Ein Professor hatte ihn gewarnt, dass dies nicht funktionieren würde. Sein Unternehmen, inzwischen unter FedEx bekannt, ist heute der weltgrößte Transportdienst. Es befördert täglich mehr als acht Milliarden Frachtstücke und ist in mehr als 220 Ländern tätig. MOBILTELEFON Martin Cooper (1928 –) entwickelte 1973, als er bei Motorola arbeitete, das Konzept des tragbaren Mobiltelefons. Man nimmt an, dass der zwei Kilo schwere Prototyp Motorola nach heutigem Wert ungefähr 1 Millionen Dollar kostete. Die Batterie hielt nur 20 Minuten, doch darum ging es nicht, da man das Telefon gar nicht so lange tragen konnte. DAS TELEFON Alexander Graham Bell (1847 – 1922) erhielt 1876 als erster ein Patent für das elektrische Telefon. Er verbesserte das Design, und bis 1886 besaßen mehr als 150.000 Haushalte in den USA ein Telefon. Später sagte er: „Eines Tages wird man in der Lage sein zu sehen, mit wem man telefoniert.“ PAPAYAMOBILE Si Shen war von Microsoft-Gründer Bill Gates Buch Der Weg nach vorn und seiner Idee, die Welt zu verändern so inspiriert, dass sie das auch wollte. Nach mehreren Jahren bei Google kehrte sie nach Beijing zurück, wo sie 2008 gemeinsam mit einem Freund Papaya gründete. Heute verwandelt sie Mobiltelefone in soziale Netzwerke. Diese Software erlaubt es, Fotos auszutauschen, Nachrichten zu versenden, Onlinespiele mit anderen zu spielen und soll mittlerweile mehr als 35 Millionen Nutzer/innen haben.  VIRGIN GROUP Sir Richard Branson (1950 –) brach mit 16 Jahren die Schule ab und begann Schallplatten zu geringstem Preis an Freunde zu verkaufen. Später eröffnete er einen Plattenladen in der Londoner Oxford Street und baute ein Aufnahmestudio, für das er Künstler wie die Rolling Stones unter Vertrag nahm. Heute umfasst die von ihm gegründete Virgin Group mehr als 400 Unternehmen. STARBUCKS Alles begann mit einer Tasse Kaffee. Howard Schultz (1953 –) war 1981 nach einem Gespräch mit Beschäftigten von Starbucks in Seattle so inspiriert, dass er im folgenden Jahr als Marketingdirektor anheuerte. Zu diesem Zeitpunkt hatte Starbucks vier Filialen. Während einer Reise durch Italien 1983 hatte er die Vision, die italienische Cafékultur nach Amerika zu bringen. Er verließ Starbucks für kurze Zeit und hoffte, selbst etwas auf die Beine stellen zu können, kehrte aber 1987 zurück und kaufte das Unternehmen. Heute betreibt Starbucks mehr als 17.000 Läden in 60 Ländern.

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Kälter und kühner

Es ist nicht der typische Traumurlaubsort, aber manche Menschen wie Doug Stoup werden von Orten geradezu magisch angezogen, die kein Mensch normalerweise besuchen würde. Niemand war jemals auf dem Gipfel des ostarktischen Plateaus. Wissenschaftlern zufolge ist der knapp 1.000 Kilometer lange gefrorene Bergkamm, auf dem Temperaturen auf unter -92° C sinken, ein so ungastlicher Ort, dass dort nichts gedeihen oder überleben kann. Er ist so bitterkalt, dass menschliche Augen, Nasen und Lungen innerhalb weniger Minuten erfrieren. „Da oben ist es außerirdisch und es ist wahrscheinlich so wie auf einem anderen Planeten“, meint Ted Scambos, leitender Wissenschaftler des US National Snow and Ice Data Center in Boulder, Colorado. „Das Atmen fällt unheimlich schwer, und es tut richtig weh. Es brennt in der Nase, zu schnelles Einatmen verursacht Stechen in Rachen und Lunge.“ Der Polarforscher Doug Stoup kennt sich mit derart lebensfeindlichen Orten bestens aus, da er die Antarktis öfter als jeder andere erkundet hat. „Die Antarktis ist mein Büro“, scherzt er im Interview mit INCH beim Schifahren im Hinterland von Lake Tahoe in Kalifornien. „Es ist ein unwirtlicher Ort, aber ich bin nicht lebensmüde und will immer sicher heimkehren.“ Mit 49 Jahren wird er als Veteran bezeichnet, der einige der entlegensten Gegenden unseres Planeten bereist, erklettert und per Schi oder Snowboard erkundet hat. Wäre es für ihn also verlockend, dieses entlegene Eisplateau zu erklimmen, das Wissenschaftlern zufolge im Dezember der kälteste Ort der Erde ist? „Sicher!“, meint er. „Ich war schon an so vielen Orten, die vor mir kein Mensch betreten hat. Meine Antwort lautet also: Ja, klar! Ich liebe es, meine Grenzen zu erkunden und habe noch so viele Ziele und Träume.“ Mit lähmenden -93,2 °C ist es dort allerdings fast doppelt so kalt wie am kältesten Ort, an dem Doug bisher war. Er weiß, was auf ihn zukäme. „Du darfst nicht stehen bleiben“, sagt er. „Es ist so bitterkalt, du musst immer in Bewegung bleiben. Wenn du stillstehst, verbrennst du Kalorien, nur um dich warm zu halten und am Leben zu bleiben. Ist deine Haut nicht abgedeckt, kriegst du sofort Frostbeulen.“ Den kältesten Ort der Welt entdeckten Wissenschaftler bei der Datenanalyse von Satelliten, die seit 32 Jahre unseren Planeten umkreisen. Der letzte Satellit, Landsat 8, wurde im Februar 2013 in die Umlaufbahn geschickt und sendet aus einer Höhe von 705 km pro Tag 550 Bilder von der Erde. „Derzeit wird die Erde von einem sehr genauen und gleichmäßigen Sensor umrundet, der uns viel darüber erzählen kann, wie sich die Erdoberfläche verändert, welche Auswirkungen das Klima auf die Erde, die Ozeane und Polargebiete hat“, erklärt Ted. „Den kältesten Ort der Erde zu finden ist erst der Anfang.“ Doug würde dem sicher zustimmen. „Ist man mental und körperlich vorbereitet und hat die richtige Ausrüstung, ist alles möglich“, sagt er. Doug führt seit mehr als zehn Jahren Teams über den zugefrorenen Arktischen Ozean zum Nordpol sowie zum Südpol in der Antarktis. „Der Trip zum Nordpol ist der härteste der Welt“, erklärt er. „Bewegt sich das Eis, reißt es auf. Wenn du in deinem Zelt schläfst, fühlst und hörst du, wie es ächzt, aufbricht und sich bewegt unter dir. Manchmal hört es sich an wie ein Flüstern, dann wie ein Zug. Und es besteht natürlich immer die Gefahr, dass du Eisbären triffst.“ Die mentale und körperliche Vorbereitung darauf, was vor dir liegt, ist zwar unbedingt notwendig, aber nicht genug. Ohne die richtige Kleidung würden viele Expeditionen scheitern. „Die chemische Industrie spielt eine riesige Rolle bei der Entwicklung von Dingen, die Menschen wie mich am Leben halten“, sagt er. „Sie macht Funktionskleidung möglich, die mir hilft, warm und trocken in unwirtlichen Gegenden zu bleiben, während ich inaktiv bin, und zugleich meine Hautatmung kontrolliert, wenn ich mich bewege.“ Doug war bereits an der Entwicklung von leistungsstarker Kleidung für Polarforschende beteiligt und wird nun seine Erfahrungen in Kürze bei der NASA einbringen bei ihrem Vorhaben, Menschen auf den Mars zu bringen. Er wird bald nach Devon Island in Kanada reisen , die größte unbewohnte wüstenartige Insel der Welt, kalt, trocken und trostlos mit einem etwa 23 Millionen Jahre alten und 24 Kilometer breiten Einschlagkrater. Eine großartige Umgebung für Wissenschaftler, die herauszufinden wollen, was für die Durchführung einer bemannten Mission zum Mars erforderlich ist. Experten sagen voraus, dass es der NASA in den 2030er Jahren möglich sein wird, ein Team von Astronaut/innen auf den Mars zu schicken. Der Mars hat wie die Erde Polareiskappen, Jahreszeiten, Vulkane, Schluchten und Wüsten. Da die Temperaturen allerdings in der Nacht auf bis zu -128 °C fallen, ist es dort jedoch deutlich kälter. „Der Mars ist kein Ort für Schwache“, sagt ein Sprecher der Weltraumagentur. So würde niemand Doug bezeichnen, der das Überqueren eines Spaltenfelds während einer 47-tägigen Tour zum Südpol 2008 fast mit seinem Leben bezahlte. Auf dieser fast 1.190 Kilometer langen Tour folgte er einer Route, die Polarforscher Ernest Shackleton erstmals gewählt hatte. Ob er sich jemals Sorgen machte? „Nein“, meint er. Und hatte er auch schon Angst? „Ja“, meint er. „Einmal bin ich mit dem Taxi von Heathrow ins Londoner Zentrum gefahren. Das war verrückt.“

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Debatte: Ist unternehmergeist ansteckend?

Diese Frage ist uralt. Ticken Entrepreneurs anders als andere? Können wir alle lernen, anders zu denken? Anders gesagt: Ist Unternehmergeist ansteckend? Die Frage, ob Unternehmerinnen und Unternehmer geboren oder gemacht werden, ist Gegenstand heißer Diskussionen. Unternehmergeist ist auf jeden Fall ein aktuelles Thema. Sehr viele Menschen möchten Unternehmerinnen und Unternehmer sein, sich an unternehmerischen Initiativen beteiligen oder eine Partnerschaft mit Entrepreneurs eingehen. Dieses Wort hat noch nie einen solchen Zuspruch erlebt. Egal, ob es an Natur oder Erziehung liegt – und ein Großteil von Unternehmergeist kommt aus einem natürlichen Drang, der sich nicht so einfach lehren lässt – hat man erst einmal Blut geleckt und auch nur einen kleinen Erfolg verzeichnet, gibt es kein Zurück mehr. Ich habe mich sicherlich vom „Unternehmervirus“ anstecken lassen. Diese kreativen Unternehmensgründungen, die die Welt verändern und Probleme lösen wollen, sind großartig für Gesellschaft und Wirtschaft.Michelle Wright, Chief Executive von Cause 4 Der menschliche Drang nachzuahmen wurde vielfach erkannt und erforscht: von der kindlichen Entwicklung, über das Erlernen von Sprachen, dem Kauf von Waren und Dienstleistungen bis hin zur Entscheidung, inmitten einer Menschenmenge E-Mails auf dem Handy abzurufen. In allen diesen Fällen lassen sich Menschen sehr stark davon beeinflussen, was sie an anderen (reell oder virtuell) beobachten. Wir haben vor kurzem eine Umfrage durchgeführt, um festzustellen, ob Unternehmergeist ansteckend sei und stellten dabei fest, dass bei einer Person, die sich mit Entrepreneurs umgibt, insbesondere mit wachsenden Entrepreneurs, die Wahrscheinlichkeit größer ist, selbst einer zu werden. Was schließen wir daraus? Unternehmergeist kann ansteckend sein, man muss ihm aber frühzeitig und häufig ausgesetzt sein, gerade in einem Umfeld, in dem er sonst fast unsichtbar ist. Insbesondere wachsender Unternehmergeist ist ein sehr schmaler Grat, der deutlich mehr Aufwand erfordert, wenn er in dafür empfänglichen Gemeinschaften eingeführt und das allgemeine Wirtschaftswachstum fördern soll.Paul Kedrosky, Ewing Marion Kauffman Foundation, eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Kansas City, Missouri Unternehmergeist ist absolut ansteckend. Ist man erst einmal von motivierenden und innovativen Entrepreneurs umgeben und hat Geschmack am Leben außerhalb von Jobs in großen US-amerikanischen Unternehmen gefunden, wo man direkt Einfluss auf den Unternehmenserfolg nehmen und die Früchte seiner Arbeit in Echtzeit erleben kann, gibt es kein Zurück mehr. Deshalb versuchen viele Universitäten, Masters-Programme für Entrepreneurs auf die Beine zu stellen, da die Anziehungskraft von MBAs in der nächsten Generation von Arbeitnehmern langsam schwindet.George Deeb, Managing Partner von Red Rocket Ventures mit Sitz in Chicago Ist Unternehmergeist ansteckend? Denken Sie daran: Fettsucht ist ansteckend, mit dem Rauchen aufhören auch und Scheidung sowieso. Warum also nicht Unternehmergeist? Denken Sie daran, wie Menschen sich (zumindest hat es den Anschein) gegenseitig mit Ideen, Mode, Essensvorlieben und Gewohnheiten anstecken. Etwas zu tun, auch wenn es schwer ist, fällt leichter, wenn viele es tun. Und ist Unternehmergeist nicht eine Kombination von Ideen, Mode, Gewohnheiten und Ähnlichem? Wenn ich also ein Unternehmen gründe und erfolgreich bin, werden meine Freunde es mir nicht gleich tun? Sie haben eine geänderte Risikoeinschätzung.Tim Berry, American Gründer und Vorsitzender von Palo Alto Software, Eugene, Oregon Unternehmergeist hat nichts mit Genen zu tun. Er hängt vom politischen, wirtschaftlichen, bildungsbezogenen und sozialen Umfeld ab, in dem man sich befindet. Und genau deshalb wirkt er ansteckend. Alles, was wir aus der Wirtschaft wissen, deutet heute auf eine einfache Wahrheit hin: Unternehmergeist ist das beste Instrument, das jemals für die Schaffung von Wachstum und Wohlstand für Einzelpersonen, Unternehmen und ganze Staaten entwickelt wurde. Unternehmen, die den „Geschäftsmann“ im Nadelstreifenanzug hervorbrachten, fördern heute eine Kultur des „Unternehmertums im Unternehmen“ als beste Möglichkeit, in der globalen Wirtschaft zu bestehen und zu überleben. Regierungschefs sämtlicher politischer Richtungen haben zudem herausgefunden, dass die Entwicklung einer Volkswirtschaft, die auf Unternehmertum setzt, die beste Möglichkeit ist, Arbeitsplätze zu schaffen und eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung zu erreichen. Unternehmertum hat sich zu einem globalen Phänomen entwickelt, weil es für mehr Menschen, mehr Unternehmen und mehr Länder einfach besser funktioniert als jedes andere bekannte Geschäftsmodell. Nichts davon könnte jedoch umgesetzt werden, wenn der uralte Mythos „Unternehmer werden geboren, nicht gemacht“ tatsächlich wahr wäre. Dies war in der Tat noch nie der Fall. In Wahrheit ist es so, dass derzeit Millionen neuer Unternehmen in jedem Jahr von den verschiedensten Menschen aus allen Gesellschaftsschichten gegründet werden. Bestimmte Umstände führen zu Unternehmensgründungen: ein günstiger Umstand, wenn man beispielsweise ein großartiges Produkt/eine Idee für eine Dienstleistung erfindet oder aus reiner Not, aus Armut, großer Unzufriedenheit oder Kündigung. 99 Prozent von 3.000 Entrepreneurs, die ich getroffen und befragt habe, sind ganz normale Menschen, die sich einfach in außergewöhnlichen Situationen befanden.Larry C. Farrell, Gründer und Vorsitzender der The Farrell Company, einer weltweiten Organisation, die sich mit der Erforschung und Ausbildung von Unternehmertum für Studierende, Unternehmen und Regierungen beschäftigt. www.TheSpiritOfEnterprise.com Wenn Unternehmergeist jeden Winkel einer Organisation durchdringt, wird der Entrepreneur, der in jedem von uns steckt, zum Leben erweckt. Denken Sie daran, was erfolgreiche Entrepreneurs kennzeichnet. Sie glauben sehr fest an ihre Fähigkeiten und an ihre Vision für ihr Unternehmen. Stellen Sie sich jetzt vor, dass alle in einer Organisation diese Auffassung teilen. Welch Kraft hätte das? Alle, die bereits in einem Unternehmen tätig waren, das Unternehmergeist fördert, wissen, wie motivierend das ist. Diese Energie ist tatsächlich spürbar. Die Aktivitäten in den Verkaufsräumen und in den Fluren sind so intensiv, dass man beim Verlassen des eigenen Büros das Gefühl hat, mitten in den Berufsverkehr zu geraten. Entscheidungen werden spontan getroffen, ohne formelle Besprechungen oder Genehmigungen. Der Gemeinschaftssinn ist greifbar. Das gesamt Team bringt sich ein und setzt alles daran, erfolgreich zu sein.Martin O’Neill, Autor von The Power of an Internal Franchise: How Your Business Will Prosper When Your Employees Act Like Owners

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Kleine füsse machen grosse schritte

Diese mutige neue Initiative, die INEOS im letzten Jahr startete, um Kinder in Großbritannien vom sofa zu holen, hat sich zu einem fortlaufenden erfolg entwickelt. So viele Kinder – die alles andere als fortlaufen wollen – stehen Schlange, um an den „GO Run For Fun“-Veranstaltungen von INEOS in ganz Großbritannien teilzunehmen. Der Kalender für 2014/2015 ist bereits voll und mehr als 30.000 Kinder machen dieses jahr mit. „Diese Veranstaltungen waren in Großbritannien überaus erfolgreich“, berichtet Leen Heemskerk, der für die GO Run For Fun-Initiative verantwortlich ist. „Viele Gemeinden, Sportclubs und Schulen sind auf uns zugekommen und wollen, dass wir Veranstaltungen organisieren. Das ist wunderbar. Wollen wir das Programm allerdings erweitern, benötigen wir dazu mehr Mittel. Wir haben alle Möglichkeiten ausgeschöpft und wollen das Angebot noch mehr Kindern zugute kommen lassen. Dafür ist allerdings die Unterstützung von Dritten durch kommerzielle Organisationen und den Staat erforderlich.“ Video Seit August letzten Jahres haben mehr als 15.000 Kinder an den von INEOS veranstalteten 1-Meile-Läufen teilgenommen. Melton Primary School in Suffolk war Gastgeber einer dieser Veranstaltungen. „Dieser Lauf war nicht nur gut organisiert, gut durchgeführt und sehr inklusiv, er hatte auch äußerst positive Auswirkungen auf unsere Schülerinnen und Schüler. Es hat ihnen gezeigt, dass Laufen und aktiv sein sowohl Spaß machen als auch spannend sein können“, so Andrew Northcote, Sportlehrer der Schule. Jim Ratcliffe, selbst leidenschaftlicher Läufer, ist von dieser Initiative begeistert. „Die Idee zu GO Run For Fun entstand aus der Leidenschaft, möglichst viele Kinder so früh wie möglich zum Laufen zu bewegen“, erklärt er. „Diese Initiative ist echte Teamarbeit, ohne den harten Einsatz und das Engagement aller Beteiligten hätten wir sie nicht realisieren können. Diesen Meilenstein von 15.000 Teilnehmenden so rasch erreicht zu haben, ist das große Verdienst aller.“ Bis Ende des Jahres hofft INEOS, 100 Veranstaltungen in Großbritannien durchgeführt zu haben. Einige davon werden zusammen mit großen Sportwettbewerben wie dem Sheffield-Halbmarathon und dem 10-km-Lauf von Bristol stattfinden, andere mit Schulen und Leichtathletikvereinen. Colin Jackson, olympischer Silbermedaillengewinner, ist Botschafter für GO Run For Fun. „Es ist eine wunderbare Chance für Kinder ins Laufen reinzuschnuppern“, sagt er. „Sie haben wahrscheinlich noch nie Laufen ausprobiert, aber vielleicht ist das nun die Grundlage für eine Sportlerkarriere, da Laufen die Grundlage aller anderen Sportarten ist.“ Um die langfristige Zukunft von GO Run For Fun zu sichern, arbeitet INEOS mit Nova International zusammen, welches die bekanntesten Laufgroßveranstaltungen in ganz Großbritannien organisiert. Das ultimative Ziel von GO Run For Fun ist, weltweit die größte Laufinitiative für Kinder zu werden. „Unser Ziel ist, bis 2016 100.000 Kinder zu begeistern, und wir sind damit auf einem guten Weg. Wenn wir weitere Unterstützung für diese bereits sehr erfolgreiche Initiative erhalten, gibt es keinen Grund, diese Zahl nicht zu multiplizieren“, so Leen. Brendan Foster, ehemaliger Langstreckenläufer für Großbritannien bei den Olympischen Spielen, der den „BUPA Great North Run“ ins Leben rief, hat keine Zweifel daran, dass INEOS dieses Ziel erreichen kann. Im Juni werden die ersten GO Run For Fun-Events auf der anderen Seite des Ärmelkanals in der Nähe von INEOS-Standorten in Belgien, Deutschland und in der Schweiz durchgeführt. „Der Zirkus kommt in die Stadt“, freut sich leen, Chief Financial Officer von Olefins & Polymers Europe (Nord). INEOS lädt alle anderen Standorte weltweit (u. a. in Norwegen, Frankreich, Italien und Amerika) ein, sich mit der Projektmanager für GO Run For Fun Ursula Heath unter ursula.heath@ineos.com in Verbindung zu setzen. Die neuesten Informationen zu GO Run For Fun finden Sie unter www.gorunforfun.com

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Europas chemieindustrie in nächsten 10 jahren vom aussterben bedroht

Im vergangenen Jahr begann INEOS darauf hinzuweisen, dass die petrochemische Industrie in Europa mit großen Herausforderungen von außen und innen konfrontiert sei. Seitdem wurde nicht viel getan, um Europas Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Amerika, dem Nahen Osten und China zu verbessern. Momentan ist Europa einer der teuersten Standorte weltweit für die Produktion von Petrochemikalien. Dies muss sich ändern und die Politiker in Europa müssen diese Bedrohung für die Wettbewerbsfähigkeit erkennen, bevor es zu spät ist, so INEOS-Vorstandsvorsitzender Jim Ratcliffe.  Europa zaudert. Das kann es sich aber nicht leisten, wenn es eine wettbewerbsfähige Chemieindustrie behalten möchte, erklärt INEOS-Vorstandsvorsitzender Jim Ratcliffe. „Es sieht nicht gut aus für Europa, aber Europa scheint das Schicksal seiner Chemiebranche nicht wahrzunehmen“, fügt er hinzu. „Ich sehe Ökosteuern, aber kein Schiefergas, ich sehe die Schließung von Kernkraftwerken und Industrieanlagen. Ich fürchte, dass die Wettbewerbsbehörden in Brüssel sich der Tsunamis an Importprodukten nicht bewusst sind, die auf Europa zukommen. Und ich sehe, wie diese Behörden vor der notwendigen Restrukturierung die Augen verschließen.“ In einem offenen Brief an José Manuel Barroso, den Präsidenten der EU-Kommission, fordert Jim diesen auf, dringende Maßnahmen einzuleiten, um die chemische Industrie in Europa zu schützen. „Strategisch und wirtschaftlich gesehen sollte keine große Volkswirtschaft ihre chemische Industrie im Stich lassen“, merkt er an. Die Ergebnisse von INEOS haben sich in Europa in den letzten drei Jahren halbiert, in den USA dagegen haben sie sich verdreifacht. BASF, das größte Chemieunternehmen der Welt, hat erstmals eine strategische Kürzung der Investitionen in Europa angekündigt und als Grund stagnierende Märkte, teure Energie und hohe Arbeitskosten angeführt. „Energie in Form von Gas kostet in Europa heute dreimal so viel wie in den USA, während Strom um fast 50 Prozent teurer ist“, erläutert Jim. „Europa verfügt über keinerlei kostengünstige Rohstoffe, die Rohstoffkosten in den USA und im Nahen Osten befinden sich in einer ganz anderen Liga.“ Ihm zufolge hat Schiefergas die Wettbewerbsfähigkeit der USA transformiert und das Selbstvertrauen gesteigert. „Investitionen in die petrochemische Industrie in den USA auf Basis von Schiefergas sind in Höhe von 71 Milliarden US-Dollar geplant“, fügt er hinzu. „Diese Investitionen könnten sich auf mehr als 100 Milliarden US-Dollar erhöhen. Im Gegensatz dazu meldet Europa eine Anlagenschließung nach der anderen.“ Allein in Großbritannien wurden 22 Chemieanlagen seit 2009 geschlossen. Die Chemie ist abhängig von wettbewerbsfähigen Energie- und Rohstoffkosten. Obwohl die Chemieindustrie sehr technisch geprägt ist − und dies war historisch gesehen auch ein Grund für den bisherigen Erfolg Europas − kann Technologie alleine die Industrie nicht retten. Er warnt davor, dass die gesamte Industrie innerhalb von zehn Jahren ausgelöscht werden könnte. „Die europäische Textilindustrie wurde ausgelöscht, weil sie nicht mit dem asiatischen Lohnniveau mithalten konnte“, merkt er an. „Die Chemieindustrie könnte denselben Niedergang erleben, sie könnte bald ein weiterer europäischer Dinosaurier werden.“ Die Chemieindustrie in Europa bietet derzeit eine Million direkte und fünf Millionen indirekte Arbeitsplätze. „In Europa teilen sich Chemie- und Automobilindustrie mit je einer Billion US-Dollar den ersten Platz“, fügt Jim hinzu. „Aus wirtschaftlicher Sicht ist damit die Chemieindustrie eine Schlüsselbranche in Europa.“ In seinem Schreiben wies Jim zudem auf die ernste Bedrohung durch China hin, das bis 2020 zur größten Wirtschaftsmacht der Welt werden kann. „In China wird ständig gebaut“, führt er weiter aus. „Während sie in den letzten Jahren den gesamten Weltüberschuss an Chemieproduktion importiert haben, werden sie schon bald ihren Bedarf über lokale Produktion abdecken. Darüber hinaus könnten sie demnächst im großen Stil beginnen zu exportieren.“

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Fachleute erkunden optionen

INEOS’ radikaler Ansatz 2009 wird sich im kommenden Jahr rechnen, wenn die ersten Lieferungen mit kostengünstigem Ethan aus den USA im norwegischen Rafnes eintreffen werden, um die Betriebskosten der INEOS-Gaskracker in Europa zu senken. Doch warum soll man es dabei belassen? Diese Frage stellt sich INEOS jetzt. INEOS hasst Verschwendung. Dazu gehört auch die Verschwendung von Chancen, Geschäftsbereiche effizienter zu führen. Nach Abschluss bahnbrechender 15-Jahres-Verträge mit zwei US-amerikanischen Unternehmen über den Import von günstigem, aus Schiefer gewonnenem Ethangas aus den USA nach Europa, mit dem die Betriebskosten der europäischen Anlagen gesenkt werden sollen, blickt INEOS nun Richtung Großbritannien. Ein neues, von Gary Haywood geleitetes Team wägt gerade die Vor- und Nachteile der Schiefergasgewinnung und -erzeugung in Großbritannien ab, da dieses Land zu den wenigen Ländern in der EU gehört, das die Bedeutung des hydraulischen Aufbrechens (auch bekannt als „Fracking“) erkannt hat. Dabei können Gas und Flüssigkeiten aus Schieferformationen extrahiert werden. Gary zufolge war die Unterstützung der Schiefergaserkundung durch die britische Regierung ein wichtiger Faktor für die Entscheidung seitens INEOS, in ein eigenes Projektteam zu investieren, das im Februar gegründet wurde. „Ohne Unterstützung der Regierung wäre die Entwicklung der Schiefergasgewinnung praktisch unmöglich“, erklärt er. Die britische Regierung hat inzwischen eine Behörde für unkonventionelle Gas- und Ölförderung eingesetzt (Office of Unconventional Gas and Oil), über welche die sichere, verantwortungsvolle und umweltverträgliche Gewinnung der Schiefergas- und Erdölressourcen in Großbritannien gefördert werden soll. Weiterhin wurden Steuererleichterungen angekündigt, um Investitionen zu erleichtern. „Die Regierung hat erkannt, dass Schiefergas Großbritannien potenziell eine größere Energieversorgungssicherheit, Wachstum und Arbeitsplätze bieten und zudem die chemische und energieintensiven Fertigungsindustrien in Großbritannien weiter auf Erfolgskurs halten kann“, erläutert Gary. Bis heute wurden 176 Lizenzen für die Erkundung und Entwicklung der Erdölförderung (Petroleum Exploration and Development Licences, PEDL) für Öl- und Gasvorkommen auf dem britischen Festland vergeben. Im Laufe des Jahres sollen weitere Lizenzen hinzukommen. Die Schiefergasrevolution in den USA hat die amerikanische petrochemische Industrie gewandelt. Die US-amerikanischen Gaspreise betragen inzwischen ein Drittel bzw. die Hälfte der Preise in Europa (und ein Viertel der Preise in Asien). Dies hat sich auch auf die Rohstoffe für Kracker positiv ausgewirkt. Dennis Seith, CEO von Olefins & Polymers (USA), erklärt, dass die Auswirkungen der verminderten Energiekosten für die amerikanische Industrie geradezu phänomenal waren. Man geht davon aus, dass die US-amerikanischen Chemieunternehmen bis 2020 mehr als 70 Milliarden Dollar in neue Fertigungsanlagen investieren werden. Die Kostenvorteile haben diese Entwicklung beschleunigt. Die Faktoren, welche die Gaspreise in Großbritannien beeinflussen, sind komplex und unterscheiden sich deutlich von den Faktoren in den USA. Es ist unwahrscheinlich, dass die Auswirkung einer hohen Schiefergaserzeugung auf die Gaspreisentwicklung genau der Situation in den USA entsprechen wird. Es bestehen jedoch keine Zweifel, dass die Entwicklung dieser nationalen Ressource die Wettbewerbsfähigkeit des britischen Gasmarktes fördern und die Energieversorgungssicherheit, die Zahlungsbilanz und die Zahl der Arbeitsplätze verbessern wird. Im Januar forderte der britische Premierminister David Cameron, bestätigt durch die Entwicklung in den USA, die Europäische Union auf, die Schiefergaserkundung nicht mit voreiligen regulatorischen Bürden zu belasten, da Investoren sich sonst woanders umsehen würden. „Es wird weiterhin eine umfangreiche Öl- und Gasproduktion geben, aber Europa wird trocken sein“, warnte er das Weltwirtschaftsforum. Er forderte die EU auf, stattdessen die Chance zu nutzen. „Ich verstehe die Bedenken vieler Bürgerinnen und Bürger“, fügte er hinzu. „Wir brauchen die richtigen Verordnungen. Die Regierungen müssen den Menschen versichern, dass die Entwicklung nur dann vorangetrieben wird, wenn Gefahren für die Umwelt ausgeschlossen werden können. Wenn die Förderung richtig angegangen wird, entstehen durch Schiefergas sogar weniger Emissionen als durch importiertes Erdgas.“ Garys Team hat die Arbeit bereits aufgenommen. Man geht davon aus, dass es in Großbritannien riesige und ungenutzte Vorkommen an Schiefergas gibt. Die Frage ist nur, ob dieses Gas auch wirtschaftlich extrahiert werden kann. Ein Teil der Aufgaben des INEOS-Teams besteht darin, die Geologie Großbritanniens zu erforschen und die vielversprechendsten Gebiete für eine wirtschaftliche Förderung zu ermitteln. Eine wirtschaftliche Produktion von Schiefergas erfordert auch die richtigen Oberflächenbedingungen, die Verfügbarkeit des Gebiets und die erforderliche Infrastruktur. Das Team arbeitete auch mit anderen Chemieunternehmen, energieintensiven Abnehmern und Produktionsunternehmen für die Schiefergasförderung zusammen, um herauszufinden, wie der skeptischen Öffentlichkeit am besten vermittelt werden kann, dass Schiefergas in einer sicheren und umweltverträglichen Art und Weise abgebaut werden kann. „Das Umfeld ist momentan schwierig“, so Gary. „Die Menschen machen sich Sorgen. Wir müssen sie aufklären und ihnen die Furcht nehmen. Es wird gelegentlich sehr emotional argumentiert und nicht mit soliden wissenschaftlichen Erkenntnissen oder auf Wissen beruhenden Fakten.“ INEOS hat bereits eine Strategie entwickelt, wie man die Öffentlichkeit vom realen Bedürfnis der Schiefergasförderung überzeugen kann. Sie soll in Debatten im Parlament, in den Medien und über INCH zum Tragen kommen. Weiterhin sollen unseren eigenen Beschäftigten die Vorteile vermittelt werden, in der Hoffnung, dass sie auch zu einer Verbreitung der Fakten beitragen. „Wir müssen unbedingt klarmachen, dass die chemische und die energieintensiven Industrien in Großbritannien weiter wettbewerbsfähig bleiben müssen oder sie sonst in eine ziemlich trostlose Zukunft blicken“, warnt Gary. „Europa wird momentan mit wachsender Konkurrenz aus den USA und dem Nahen Osten konfrontiert, wo Energie- und Rohstoffpreise sehr niedrig sind. Wir müssen erklären, dass die Entwicklung unserer Schiefergasressourcen eine Möglichkeit ist, dieser Entwicklung entgegenzuwirken.“ INEOS kann Schiefergas als Rohstoff oder Energiequelle für die eigenen Ethylenkracker verwenden, besitzt aber auch Gelände, Pipelines und Lagermöglichkeiten in einigen Schlüsselgebieten, die in Großbritannien erkundet werden sollen. „All dies, verbunden mit der hervorragenden Produktionsexpertise von INEOS, der strengen Einhaltung von Sicherheitsvorgaben und den guten Beziehungen zu den Gemeinden, in denen wir tätig sind, bedeutet, dass INEOS etwas Einmaliges in diese neue Branche einbringen kann“, erklärt Gary. „INEOS kann sich schließlich dazu entscheiden, selbst nach Schiefergas zu bohren.“ INEOS hat umfangreiche externe Erfahrungen in dieses Team gebracht, die bei der Bewertung dieser aufregenden Chance helfen sollen. Tom Pickering hat mehr als zehn Jahre Erfahrungen in der Schiefergaserkundung und -produktion in Europa. Von allen Bewerbern hat er sich zudem um die meisten britischen Festlandlizenzen bemüht und diese auch erhalten. Gareth Beamish verfügt über 30 Jahre Erfahrungen als Geowissenschaftler bei großen Unternehmen wie Exxon Mobil und der BG Group. Über fünf Jahre konnte er weltweit Erfahrungen in der globalen Schiefergaserkundung sammeln. „Wir wollen herausfinden, was für uns Sinn macht“, so Gary. „Wir sind auf jeden Fall große Unterstützer der Schiefergasproduktion. Ob wir nun lediglich als Befürworter auftreten oder direkt in die Erkundung und Produktion eingebunden werden oder uns für eine Art Kompromissmodell entscheiden, hängt davon ab, wie die Bewertung der Vorteile und Risiken unserer Möglichkeiten verläuft. Letztendlich hängt es auch davon ab, wie INEOS Capital diese Vorteile und Risiken bewertet und wie sie die Ressourcen des Unternehmens einsetzen möchten.“ Sollte es in Großbritannien tatsächlich gelingen, die riesigen Schiefergasressourcen zu nutzen, könnte dies, so Gary, einen Dominoeffekt für ganz Europa hervorrufen. „Wir können natürlich nicht sicher sein, aber wir glauben fest daran, dass die positive Entwicklung in einem europäischen Land Einfluss auf den Rest Europas nehmen wird“, fügt er hinzu „Die Menschen suchen nach sicheren, wettbewerbsfähigen und umweltverträglichen Energieoptionen und wir glauben daran, dass wir, sobald alle Tatsachen zur Schiefergasproduktion bekannt sind, mit ihrer Unterstützung rechnen können.“

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INEOS verfeinert ziele

Da Europa inzwischen einer der teuersten Standorte für die Herstellung von Chemikalien weltweit geworden ist, benötigen energieintensive Unternehmen wie INEOS kreatives Denken, um im Geschäft zu bleiben. Am französischen Standort in Lavéra sind Änderungen bereits auf dem Weg. Marseille ist die älteste und zweitgrößte Stadt Frankreichs. Hier gibt es kilometerlange Sandstrände und sehenswerte Bauwerke. Daher würde man nicht damit rechnen, in unmittelbarer Nähe auf eine Rohölraffinerie zu treffen, in der täglich Tausende Tonnen Benzin, Kerosin, Diesel und Heizöl produziert werden. Aber so ist es. Die petrochemische Anlage von INEOS in Lavéra und die Erdölraffinerie von Petroineos, die weniger als 50 Kilometer westlich von Marseille liegen, verbrauchen so viel Strom wie die Stadt selbst. Und genau darin liegt das Problem. „Wir müssen ständig an der Verbesserung unserer Energieeffizienz arbeiten“, erklärt Jean-Noël Large, dessen Aufgabe darin besteht, die Energieeffizienz der 81 Jahre alten Raffinerie zu verbessern. „Dies gehört zu INEOS’ ersten Prioritäten, und das nicht nur in Frankreich. Unsere hohen Energiekosten sind ein Problem für ganz Europa. Im Vergleich zu Amerika und Asien sind unsere Energiekosten unglaublich hoch. Im Vergleich zu petrochemischen Unternehmen ähnlicher Größe und Raffinerien auf anderen Kontinenten sind wir in einer schwierigen Lage, und die Beschäftigten am Standort sind sich dieser Situation sehr wohl bewusst.“ Jean-Noël arbeitet eng mit den Techniker/innen, mit der Fertigung sowie mit Prozess- und Wartungsingenieur/innen des Standorts, mit Expert/innen von INEOS Technologies und externen Partner/innen zusammen. „Das Modellierungsteam von INEOS Technologies kann Simulationen erstellen, wie die Effizienz des Standorts verbessert werden kann“, erklärt er. Der 650 Hektar große Standort in Lavéra ist einer der größten petrochemischen Standorte in Europa. Als Jean-Noël 1989 zum Unternehmen kam, war der Standort noch in Besitz von BP. INEOS übernahm ihn vor neun Jahren im Dezember 2005 mit der Übernahme von Innovene von BP für 9 Milliarden US-Dollar. „Als der Standort noch zu BP gehörte, waren die Energiekosten wettbewerbsfähig“, erläutert er. „Inzwischen sind die Energiepreise in Europa allerdings immer weiter gestiegen und der Schiefergasboom hat die Energiepreise unserer Konkurrenz in den USA erheblich reduziert. So ist eine enorme Differenz zwischen diesen Märkten entstanden. Energie hat inzwischen oberste Priorität, ebenso wie die Zuverlässigkeit des Standorts.“ Laut INEOS Group Director Tom Crotty haben die explodierenden Energiekosten in Europa dazu geführt, dass die Herstellung einer Tonne Ethylen für den Geschäftssbereich INEOS Olefins & Polymers in Frankreich doppelt so teuer ist wie in Amerika. „Möchten wir auch in den nächsten Jahren noch wettbewerbsfähig sein, so ist es unerlässlich, unsere Energiekosten zu senken“, sagt Jean-Noël. Er widmet sich momentan vielen Projekten. Kleinere Projekte, u. a. ein Dampfbilanztool für die Analyse des Dampfverbrauchs in der gesamten Raffinerie, wurden bereits umgesetzt, andere laufen noch. Bisher konnte durch Investitionen und sorgfältige Überprüfung eine Verminderung von 20 Prozent von Dampfleckagen erreicht werden – weitere folgen. In diesem Jahr wird es zudem eine bedeutende Veränderung an einem der Raffinerieöfen geben. Die Anlage für die Rohöldestillation wird derzeit mit einer Mischung aus Flüssigkeit und Gas betrieben, ab Mai soll sie nur noch mit Gas betrieben werden. „Derzeit werden bei der Verbrennung von Flüssigbrennstoffen Ablagerungen im Brennofen erzeugt, die seine allgemeine Effizienz beeinträchtigen“, so Jean-Noël. Durch die Verbesserung der Effizienz des Blocks wird weniger Brennstoff verbrannt, Geld wird gespart und Emissionen werden gesenkt. Petroineos Manufacturing France investiert bis Mitte 2015 in ein 70-Millionen-Euro-Projekt für die Installation zwei neuer und moderner Dampfkessel. Damit verbessert sich die Effizienz der Raffinerie weiter und eine Verminderung der Emissionen wird erreicht. Im Jahr 2002 entwichen am Standort 13.000 Tonnen Schwefeldioxid in die Atmosphäre. Bis 2013 konnte INEOS diese Zahl durch Sanierungen und Investitionen um 70 Prozent pro Jahr vermindern. „Mit den Änderungen, die wir umsetzen, können wir die Emissionen bis 2016 um mehr als 90 Prozent reduzieren“, erklärt Jean-Noël. Ihm zufolge haben alle Projekte erheblichen Einfluss auf die Effizienz der Raffinerie und unterstützen den Standort dabei, seine Wettbewerbsfähig wieder zu erhalten. „Wir streben Einsparungen in Höhe von bis zu 25 Millionen Euro pro Jahr an“, fügt er hinzu. Jean-Noël freut sich auf die Zukunft Lavéras und seinen Einfluss darauf. „Ich habe die Freiheit, alle Möglichkeiten auszuprobieren, mit denen etwas bewegt werden kann. Das hilft unserer Leistung und der Kostenreduzierung fürs Unternehmen“, erklärt er. „Mein Forschungsbereich deckt alle Bereiche der Raffinerie und sämtliche Quellen möglicher energiebezogener Verbesserungen ab. Ich hoffe, dass mir meine Erfahrung und mein Wissen über den Standort und die Beschäftigten dabei behilflich sein werden, diesen Aktionsplan umzusetzen.“

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Sicher unterwegs

Sicherheit steht bei INEOS an oberster Stelle. Das muss auch so sein, da die Aktivitäten des Unternehmens in einem gefährlichen Umfeld stattfinden. Die Jahre mögen vergehen, doch die Einstellung von INEOS hinsichtlich der persönlichen und prozessbezogenen Sicherheit bleibt immer gleich. Diesem Thema wird sogar eine immer größere Bedeutung beigemessen, wie Stephen Yee erklärt. Sicherheit passiert nicht einfach. Dazu bedarf es großer Anstrengung und der Unterstützung aller – aller Beschäftigten, der Arbeitgeber und der Partnerfirmen – um zu verstehen, was auf dem Spiel steht, wenn ein Unternehmen wie INEOS in dieser Hinsicht versagen sollte. „Unsere Verpflichtung zur Sicherheit steht als Kernwert unseres Unternehmens ganz oben“, erläutert Stephen Yee, Business Safety Health and Environment Manager bei INEOS ChlorVinyls im britischen Runcorn. „Wir alle wissen, dass eine nachhaltige und langfristige Zukunft unseres Unternehmens von unserer Erfolgsquote im Bereich Sicherheit, Gesundheit und Umwelt abhängt.“ Vergangenes Jahr war ein gutes Jahr für INEOS, trotz der Entscheidung, das OSHA-System zu übernehmen (Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz): ein strikteres, in den USA entwickeltes System, mit dem Unfälle, Verletzungen und Krankheitsfälle am Arbeitsplatz erfasst werden, damit andere die Leistung im Vergleich mit den Besten bewerten können. „Wir wissen in der Zwischenzeit, dass INEOS sehr gut dem Vergleich mit anderen Größen wie Shell und Dow Chemical standhält“, sagt Stephen, der die Sicherheitsberichte der Gruppe zusammenstellt. „Aus den Daten geht aber auch hervor, dass geringere Verletzungsraten erzielt werden können. Auf Basis unserer eigenen Analyse und zurückblickend auf die letzten fünf Jahre, haben wir eine Verbesserung von etwa 50 Prozent im Vergleich zu 2008 erreicht. 2013 wurden 70 Verletzungen weniger gemeldet.“ Das vergangene Jahr verlief für INEOS O&P Europe North besonders gut. Das Unternehmen gewann zum zweiten Mal den „INEOS SHE Award“ für seine hervorragende Sicherheitsleistung und als gutes Beispiel im Bereich der Prozesssicherheitsmanagements. Laut Dr. Hans-Ludwig Niederberger, Chief Operations Officer, ist klare Kommunikation einer der Gründe für den Erfolg des Unternehmens im letzten Jahr. SHE Line Manager haben die wichtige Aufgabe, alle Beschäftigten darüber zu informieren, was erwartet wird. „Jeder einzelne Standort hat zudem eigene Ziele für SHE-bezogene Verbesserungen im Laufe des Jahres. Diese werden jeden Monat überprüft“, fügt er hinzu. Bei INEOS O&P Europe North wurden im Laufe des Jahres 2013 vier Verletzungen gemeldet. „Daraus ergab sich eine Verletzungsrate von 0,12 Verletzungen für jede der 200.000 registrierten Arbeitsstunden“, erklärt er. „Werte zwischen 0,20 und 0,25 werden bereits als erstklassig angesehen.“ Laut Stephen werden bei INEOS die Standorte mit der besten Leistung betrachtet, um Standorte mit der schlechtesten Leistung hinsichtlich Sicherheitsfragen zu unterstützen. „Wir können – und wollen – von den besten Standorten lernen, wie man mit dem Thema Sicherheit umgehen soll, um die Leistung aller Geschäftsbereiche zu verbessern“, erklärt er. Bei INEOS in Köln wurde eine Plakatkampagne („Unfälle werfen lange Schatten“) mit sehr deutlicher Bildsprache eingesetzt, um die Beschäftigten aufzufordern, über die möglichen Konsequenzen ihres Handelns nachzudenken. Jürgen Schmitz, Leiter der Abteilung Arbeitsschutz, ist dafür verantwortlich, den nahezu 2.000 eigenen und 1.000 Partnerfirmenbeschäftigten vor Ort die wichtigsten Botschaften zum Thema Sicherheit zu vermitteln. Seiner Meinung nach ist die Kampagne sehr gut aufgenommen wurden, allerdings sei es schwierig, eine Verbindung zwischen der Kampagne und der Verbesserung der Sicherheitsleistung des Standorts herzustellen. „Viele Komponenten, die sich auf den Arbeitsschutz beziehen, haben zu dieser Verbesserung beigetragen“, erklärt er. Neben der Kampagne nahmen 2013 alle Auszubildenden und Führungskräfte – von der Schichtleitung bis zur Geschäftsführung – an einem verpflichtenden Sicherheitsseminar teil. Blickt man auf dieses erfolgreiche Jahr zurück, gibt es laut Stephen einige „herausragende Meilensteine“. In der ChlorVinyls-Anlage von INEOS in Schweden gab es seit 30. Dezember 2010 keine einzige Verletzung. „Tausend Tage ohne eine meldepflichtige Verletzung zu arbeiten, ist ein Grund für die Anlage, stolz zu sein“, fügt er hinzu. Laut Helen Axelsson, die für den Bereich Arbeits- und Umweltschutz sowie Qualitätssicherung verantwortlich ist, liegt der Grund für die beeindruckende Leistung der Anlage darin, dass das Verhalten der Beschäftigten über einen Zeitraum von zehn Jahren sehr genau beobachtet wurde. „Wir pflegen ein offenes Sicherheitsklima, in dem alle es allen sagen können, sollten sie eine unsichere Arbeitsweise bei anderen beobachten“, erklärt sie. „In den letzten drei bis vier Jahren hat sich bei uns folgendes Motto etabliert: ,Wir haben immer Zeit, sicher zu arbeiten.’ Ich denke, dass alle – eigene und Partnerfirmenbeschäftigte – der Meinung sind, dass dem so ist.“ Im vergangenen Jahr hat jeder Unternehmensbereich bei INEOS zudem die vom Prozesssicherheitsteam vorgegebenen 20 Sicherheitsprinzipien in einem selbst vorgegebenen, sehr knappen Zeitrahmen umgesetzt. Diese Prinzipien wurden auf Grundlage von Unfällen oder Beinaheunfällen entwickelt. „Wir haben die Prinzipien nicht nur umgesetzt, sondern auch jeden Unternehmensbereich unabhängig dazu prüfen lassen“, erläutert Stephen. „Das Auditorenteam bestand aus Standort- und Produktionsmanagern anderer Standorte, wodurch der Austausch bewährter Praktiken gefördert werden soll.“ Er weist jedoch darauf hin, dass sich die Beschäftigten den Kopf nicht unnötig zu Statistiken zerbrechen sollen. „Unser Fokus ist simpel“, fügt er an. „Wir machen einen Schritt nach dem anderen und konzentrieren uns darauf, was jede und jeder einzelne dazu beitragen kann, um Unfälle von Beschäftigten an unseren Standorten zu vermeiden. Die guten Ergebnisse stellen sich von selbst ein.“ Wie bei vielen Dingen kann man sich auch hier noch verbessern. „Ich finde es aber sehr frustrierend, dass es immer noch zu Verletzungen kommt, die vermieden werden können, wenn die Menschen nur kurz innehalten und nachdenken würden, bevor sie handeln“, merkt er an. Auf Konzernebene will INEOS erreichen, dass jeder Geschäftsbereich seine Sicherheitsleistung um weitere 10 Prozent steigert. „Die SHE-Ziele sind zwar eine Herausforderung“, so Stephen. „Aber sie können erreicht werden.“

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Geschmack auf neues abenteuer entwickelt

Baleycourt gehört zu den zwölf Geschäftsbereichen, die sich unter INEOS Enterprises’ Schirm befinden. Es ist ein kleiner Standort, gerade einmal so groß wie 20 Fußballfelder. Sein Beitrag zum Erfolg von INEOS ist allerdings nicht zu unterschätzen.  video INEOS Enterprises bringt in diesem Jahr ein weiteres neues Produkt heraus – Rapsöl in Lebensmittelqualität. INEOS begibt sich damit erstmalig in den Lebensmittelbereich und wird bis Ende 2014 etwa 15.000 Tonnen Rapsöl an seinem Standort in Baleycourt (Frankreich) herstellen. Es wird sich im Laufe der Zeit zeigen, ob diese Investition klug war, doch Ashley Reed, Chief Executive Officer von INEOS Enterprises, und Chief Operating Officer Steve Dossett, der das Unternehmen leitet,sind zuversichtlich. „Wir haben einen für uns völlig neuen Weg eingeschlagen, doch Rapsöl wird aufgrund seines gesundheitlichen Werts und seines Preisvorteils gegenüber Olivenöl immer beliebter“, so Ashley. Die Produktion von Rapsöl, das viel Vitamin E und nur die Hälfte der gesättigten Fettsäuren des Olivenöls enthält, wird zudem sicherstellen, dass der Standort – im Herzen des zweitgrößten Pflanzenölherstellungsgebiets in Frankreich – wettbewerbsfähig bleibt. Baleycourt produziert schon jahrelang große Mengen an Biodiesel für französische Supermarktketten und Ölfirmen wie Total. INEOS Enterprises stärkte Baleycourts Position 2008 noch weiter, indem ein 80 Millionen Euro-Joint Venture – bekannt als INEOS Champlor – mit der französischen Landwirtschaftsgenossenschaft SICLAE und der Ölmühle C. Thywissen gebildet wurde. Dies führte zur Eröffnung einer zweite Biodieselanlage, einer Rapsmühle und einer Ölraffinerie. „Die Investition wurde in erster Linie von der französischen Regierung gefordert, die eine übergreifende Mischung von Biokraftstoffen vor Einführung der EU-Gesetzgebung forderte“, erklärt Ashley. „Für jeden Kraftstoffmarkt (Diesel und Benzin) gelten einzelne Eingliederungsziele mit empfindlichen Finanzstrafen für Mischer, die ihre Pflichten nicht erfüllten. Das bedeutet, dass wir einen garantierten Markt hätten.“ Dies bedeutet auch, dass INEOS den lokal angebauten Raps selbst vermahlen kann, statt Rapsöl aus Deutschland zu importieren, wohin der Raps früher für den Zerkleinerungsprozess transportiert wurde. Aus finanzieller Sicht war die Investition sinnvoll, die Partnerschaft funktionierte wunderbar. INEOS kaufte den Raps zu günstigen Preisen, mahlte ihn und produzierte Tausende Tonnen an Biokraftstoff für einen Markt, der danach verlangte. Als Bonus entstand als Nebenprodukt Rapsmehl, das dem Schweinefutter als Protein ohne gentechnische Veränderungen zugesetzt wurde. Zu Spitzenzeiten produzierte Baleycourt 140.000 Tonnen Biokraftstoff und 180.000 Tonnen Rapsmehl pro Jahr. Dann begann der Wind sich zu drehen. Die EU verabschiedete 2010 eine neue Vorschrift, die eine „doppelte Anrechnung“ beinhaltete. Kraftstoffhersteller wurden aufgefordert, biologische Abfälle (z. B. gebrauchtes Frittieröl und Schmiermittel) in die Kraftstoffherstellung einzubeziehen. Da es keine Obergrenze für derartige Produkte gab, begann das internationale Ölhandelszentrum ARA 2011, den französischen Markt mit dieser Form von Kraftstoff zu überschwemmen und belastete damit erheblich die Nachfrage nach dem „einfach gerechneten“ Produkt auf Rapsölbasis. Das Produktionsvolumen von Baleycourt brach ein. Dazu kam eine Begrenzung der Importe nach Frankreich. Die heimischen Hersteller erkämpften sich ihren Marktanteil zurück, allerdings hatte die Marktdynamik erheblichen Schaden genommen und die Fördergelder der französischen Regierung standen kurz vor Beendigung. Im darauf folgenden Jahr machte die EU-Kommission eine wichtige Kehrtwende bei den Biokraftstoffen, indem ein Vorschlag für die Mengenbegrenzung der aus Pflanzen hergestellten Biokraftstoffe auf fünf Prozent vorgeschlagen wurde. Im vergangenen Jahr wurde dann eine weitere EU-Vorschrift verabschiedet. Kurzum: Die EU hatte das Interesse an Biokraftstoffen auf Kulturpflanzenbasis verloren. „In den EU-Institutionen wird weiterhin heftig diskutiert, was als Kulturpflanze zu betrachten ist. Es ist also lange noch nicht klar, wohin diese Entwicklung in den nächsten Jahren führen wird“, erklärt Ashley. „Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass es, wenn überhaupt, einen starken Anstieg der von der EU vorgegebenen durchschnittlichen Mischungsraten für Biodiesel geben wird, der aus Kulturpflanzen hergestellt wird.“ INEOS entschied, dass es an der Zeit war, die Dinge und die eigene Zukunft wieder selbst in die Hand zu nehmen. Gegen Ende des letzten Jahres wurden die unwirtschaftlichen Schulden des JV mit den Banken neu verhandelt, die Partner des JV ausgezahlt, ein neuer und verbesserter Fünf-Jahres-Vertrag mit Landwirt/innen für Raps vereinbart und das Geschäft in Baleycourt umstrukturiert. „Wir hatten schon längere Zeit daran gedacht, die zusätzlichen Kapazitäten für die Herstellung von Rapsöl und nicht für die Produktion von Biokraftstoffen zu verwenden. Wir benötigten dazu jedoch die Zustimmung aller Parteien“, so Steve. „Das JV konnte seine Schulden seit Ende 2010 bei seinen Gläubigern nicht bedienen und steuerte auf eine Insolvenz zu. Der Misserfolg war eine Option, INEOS sieht jetzt aber eine Zukunft in der Welt der Ölsaaten und des Biodiesels, während gleichzeitig die strategische Lieferung von lokalem Saatgut von französischen Genossenschaften aufrechterhalten wird. Mit diesem neuen Projekt haben wir einen Fuß in der Tür. Wir wissen, dass der Ölmarkt bereits sehr groß ist, aber wir sind zuversichtlich.“ Die Saat für dieses neue Abenteuer wird derzeit auf den Feldern um den 25 Hektar großen Standort in der Nähe von Verdun ausgebracht. In Baleycourt, wo 150 Menschen beschäftigt sind und ein Umsatz von 250 Millionen Euro pro Jahr erzielt wird, geht es aber nicht nur um Biokraftstoffe. An diesem kleinen französischen Standort werden seit mehr als 40 Jahren hochwertige Weichmacher aus Alkoholen und Säuren hergestellt. Dank der Entwicklung der phthalatfreien CEREPLAS™-Ester floriert das Geschäft von INEOS. Diese Stoffe werden heute eingesetzt, um PVC-Frischhaltefolie und Lebensmitteltüten, Armaturenbretter, Vinylbodenbeläge, Rohrleitungen und Beutel für die Medizinbranche herzustellen. In den letzten fünf Jahren wurde drei neue Produktklassen – Terephthalate, Trimellitate und Sebacate – entwickelt und auf den Markt gebracht. Dies führte zu einem Umsatzanstieg von mehr als 20 Prozent. „Dieses Wachstum wurde von einer entsprechenden Marktnachfrage und unserer proaktiven Aufnahme von Kundentrends befeuert“, so Steve. Phthalate werden eingesetzt, um Kunststoffe weich und flexibel zu machen und ihre Bruchfestigkeit zu verbessern. Ihr Einsatz wird aufgrund der Sorgen um potenzielle Gesundheitsrisiken jedoch genau unter die Lupe genommen. „INEOS hat angesichts dieser Sorgen alternative, phthalatfreie Ester mit gleichen Eigenschaften entwickelt“, erklärt Steve. „Einige unserer Mitbewerber stellen immer noch phthalathaltige und phthalatfreie Produkte her. Wir haben uns aber dafür entschieden – und das war wichtig für uns –, den Standort zu 100 Prozent phthalatfrei zu machen. Auch wenn wir unsere Umsatzmöglichkeiten damit einschränkten, konnten wir unseren Kunden versichern, dass wir ihnen nie – auch nicht per Zufall – phthalathaltige Produkte liefern.“ Baleycourt, wo pro Jahr mehr als 700.000 Tonnen verschiedener Produkte umgeschlagen werden, stellt zudem Ester für den Schmiermittelmarkt her. „Die Zukunft des Estergeschäfts bedeutet den ständigen weiteren Ausbau von speziell zugeschnittenen intelligenten Lösungen“, so Ashley. Daneben wird weiter der sich immer wandelnde Markt genau beobachtet und die Entwicklung innovativer Produkte zur Erfüllung der Anforderungen der Kunden von INEOS vorangetrieben. „INEOS Enterprises ist heute als wichtiger Lieferant von Estern in Europa anerkannt. Dies ist eine hervorragende Leistung, gerade in Anbetracht der Tatsache, dass Esterkunden in der Vergangenheit Änderungen aufgrund langwieriger Zulassungsprozesse ihrer nachgeschalteten Kunden eher kritisch gegenüberstanden“, erklärt Ashley.

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INEOS Technologies reagiert schnell, um Geschäftsbeziehungen in Vietnam aufzubauen

Ein unternehmen in Vietnam hat die INEOS-Technologie zur Herstellung von Polypropylen lizenziert. Dieses Kunststoffpolymer wird in einer Vielzahl von Produkten von Kühlschränken bis zu Teppichen und Kfz-Teilen verwendet. Vung Ro Petroleum Limited erklärte, dass der Innovene PP-Prozess von INEOS ihnen einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz verschaffe und sie in die Lage versetze, die steigende Nachfrage auf dem asiatischen Markt zu bedienen. „Die Wirtschaft in Asien wächst, und mit diesem Wachstum geht die Nachfrage nach Kunststoffprodukten zum Einsatz für die Infrastruktur, in Verpackungsmitteln, Haushaltsprodukten, Haushaltsgeräten und Verbraucherprodukten einher“, erläutert Randy Wu, Vice-President, PE/PP Marketing and Sales bei INEOS Technologies. „In der Vergangenheit war ein Großteil dieser Produkte für den Exportmarkt bestimmt.“ Vung Ro Petroleum Limited kam Mitte 2012 zum ersten Mal auf INEOS Technologies zu. Innerhalb eines Jahres unterzeichnete das Unternehmen den Vertrag mit INEOS. „Für ein Polyolefinlizenzprojekt ist das relativ schnell, manchmal beträgt die Umsetzungszeit mehrere Jahre“, so Randy. „Dies zeigt aber auch, dass wir mit dem Aufbau der Beziehungen zu unseren Kunden, Beratern und Auftragnehmern gute Arbeit geleistet haben und unser Ruf als führender Technologieanbieter in der Branche weit verbreitet ist.“ Die Raffinerie soll im Bezirk Dong Hoa in der Provinz Phu Yen angesiedelt werden. „Der Innovene PP-Prozess von INEOS wird ein wichtiger Bestandteil unseres Raffinerieprojektes und wird uns einen fortschrittlichen Polypropylen-Prozess mit wirtschaftlichen Vorteilen und einer breiten Produktpräsenz ermöglichen“, erklärt Kirill Korolev, CEO von Vung Ro Petroleum Limited.

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INEOS reagiert auf kundenwünsche

INEOS Oxide hat sein Ethyliden-Norbornen-Werk (ENB) in Antwerpen, Belgien, erweitert und so auf die Nachfrage der Kunden reagiert. Die Anlage ist jetzt in der Lage, pro Jahr 28.000 Tonnen zu produzieren – 20 Prozent mehr als zuvor. Somit wird sie zur größten Einzelanlage für ENB weltweit. ENB wird vorwiegend für die Herstellung von Ethylen-Propylen-Dien-Gummi (EPDM) verwendet, ein sehr wetterbeständiger, haltbarer, synthetischer Gummi, der verstärkt von Fahrzeugherstellern und der Bauindustrie verwendet wird. „Mit der Entfernung von Engpässen in Antwerpen hat INEOS einen einmaligen Schritt getan, der ausreichend ENB für die nächsten zwei bis drei Jahre sichert“, so CEO Hans Casier. ENB wird zudem als Duftträger in der Parfümindustrie verwendet.

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INEOS schließt weiteren Vertrag für die Anlieferung größerer Mengen Ethan nach Europa – und bestellt noch mehr Schiffe 

INEOS hat einen weiteren Vertrag über den Import von günstigem, aus Schiefer gewonnenem Ethangas aus den USA geschlossen, mit dem die Betriebskosten der europäischen Gaskracker gesenkt werden sollen. INEOS Europe AG erhält ab kommendem Jahr Schiffslieferungen von CONSOL Energy in Pittsburgh. „Wir werden so die Wettbewerbsfähigkeit der Ethylenproduktion von INEOS in Europa weiter festigen“, erklärt David Thompson, Procurement and Supply Chain Director. Vor zwei Jahren war INEOS das erste petrochemische Unternehmen Europas, das die Chance nutzte und günstige Energie und Rohstoffe aus Range Resources in den USA importierte. Im Dezember 2012 wurden 15-Jahres-Verträge mit drei US-amerikanischen Unternehmen geschlossen, welche die Bohrung, Verteilung, Verflüssigung und die Verschiffung von Ethan aus Amerika in die INEOS-Anlage in Rafnes (Norwegen) übernehmen. INEOS gab am 7. Mai 2014 bekannt, dass mit Evergas eine Vereinbarung geschlossen wurde, die Anzahl der Transportschiffe auf sechs zu erhöhen. Diese Schiffe werden zurzeit in China gebaut. Mit ihnen wird das Ethan sowohl zum Standort Rafnes als auch zur Grangemouth-Anlage in Schottland transportiert. Bei diesen Schiffen handelt es sich um die größten, wendigsten und modernsten Multigastransporter, die je gebaut wurden. Damit bekommt INEOS eine flexible Lösung für die Ethanlieferungen und kann LNG, LPG und petrochemische Gase, einschließlich Ethylen, transportieren. „Die moderne Bauweise dieser Schiffe bietet INEOS ein hohes Maß an Effizienz und unvergleichlicher Flexibilität und sichert damit die Langlebigkeit und starke Stellung des Unternehmens“, so Martin Ackermann, CEO von EVERGAS. Die Schiffe mit Zweistoffbetrieb werden mit sauberen LNG-Motoren nach dem neusten Stand der Technik betrieben und sind damit äußerst effizient, schadstoffarm und kraftstoffsparend.

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INEOS erhebt Anklage wegen mutmaßlichen Missbrauchs von Patenten

INEOS geht wegen des mutmaßlichen Missbrauchs von Patenten gerichtlich gegen das staatliche chinesische Öl- und Petrochemieunternehmen Sinopec und einige seiner verbundenen Unternehmen vor. INEOS zufolge hat die Sinopec Ningbo Engineering Company gegen eine vor langer Zeit geschlossene Technologievereinbarung verstoßen, wodurch sie im Zusammenhang mit dem gleichzeitigen Missbrauch von Geschäftsgeheimnissen durch weitere Sinopec-Unternehmen imstande war, ohne die Zustimmung von INEOS eine Reihe von Acrylonitrilanlagen in China zu bauen. „Wir bringen unsere beste Technologie gern nach China, aber wir müssen auch sicher sein, dass diese dort geschützt ist“, erklärt INEOS-Vorstandsvorsitzender Jim Ratcliffe. „Durch den Bau der verschiedenen Acrylnitrilanlagen in China wird unser Geschäft zerstört.“ INEOS hat bisher hervorragende Geschäftsbeziehungen zu Sinopec und mit China gepflegt, erklärte aber in einer Mitteilung vom 21. März 2014, dass dem Unternehmen keine andere Wahl bleibe, sein geistiges Eigentum zu schützen. „Schützen wir unser hart erworbenes geistiges Eigentum, zu dem auch Geschäftsgeheimnisse und Patente gehören, ebenso wie Technologie, Design und Betrieb, nicht, sehen wir den Untergang von INEOS“, so Jim. INEOS befürchtet, dass Chinas Aktivitäten das eigene Acrylnitrilgeschäft erheblich schädigen. In diesem Bereich werden pro Jahr bis zu 500 Millionen US-Dollar Gewinn erzielt und etwa 5.000 Arbeitsplätze in Amerika, Großbritannien und Deutschland gesichert. INEOS ist derzeit führend auf dem globalen Markt für Acrylnitril, dem wichtigsten Bestandteil für Kohlenstofffasern. Dieses wichtige Molekül ist zudem ein wichtiger Bestandteil des ABS-Polymers, das in vielen alltäglichen Gegenständen zur Anwendung kommt – von Kinderspielzeug über Computermonitore bis hin zu Haushaltsgeräten. Die Acrylnitriltechnik von INEOS stellt die Grundlage von mehr als 90 Prozent der weltweiten Produktion dar. SNEC, ein Sinopec-Unternehmen, verfügt seit 1984 über eine Lizenz für die Nutzung dieser Technologie. INEOS leitete rechtliche Schritte am Hohen Gericht in Peking und in Schweden im Rahmen eines Schlichtungsverfahrens ein und vertraut dabei stark auf das chinesische System für geistiges Eigentum, da in diesem Land inzwischen mehr Patente pro Tag angemeldet werden als in anderen Ländern. Sinopec streitet die Vorwürfe von INEOS ab.

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Wie Journalisten halfen, INEOS bekannt zu machen

Als 2011 die erste Ausgabe von INCH veröffentlicht wurde, hatten Umfragen ergeben, dass die INEOS-Marke nicht so bekannt war, wie man es aufgrund der Größe des Unternehmens erwarten könnte. Dies ist jedoch erforderlich, um die besten Absolvent/innen und potenzielle Investor/innen zu beeindrucken und Politik und Medien zu beeinflussen. Dieses Magazin hat – hoffentlich – dazu beigetragen, diese Situation zu ändern. Inzwischen wurde INEOS so bekannt, wie es nicht einmal Vorstandsvorsitzender Jim Ratcliffe hätte vorhersagen können. INEOS ist nicht länger das größte Unternehmen, von dem noch niemand je gehört hat. Seit den Ereignissen in Grangemouth, Schottland, Ende letzten Jahres waren die Meinung des Unternehmens und die seines Gründers und Vorstandsvorsitzenden Jim Ratcliffe gefragt. Zeitungen aus der ganzen Welt wollten Artikel über das Unternehmen und seine Führungskräfte veröffentlichen. Sylvia Pfeifer, Journalistin bei der Financial Times, bestätigt, dass INEOS bis vor ein paar Monaten außerhalb der Branche nur wenig bekannt war. „Die Ereignisse in Grangemouth haben zwar zu unfreiwilligen Schlagzeilen geführt, sie haben INEOS allerdings auch aus dem Schatten ins Licht gerückt“, fügt sie hinzu. Journalist/innen waren nicht nur an INEOS’ Erfolgsgeschichte interessiert. Es gab auch Fragen zum allgemeinen Zustand des herstellenden Gewerbes in Großbritannien, zu den Auswirkungen des Schiefergasbooms in den USA, zu den erdrückenden Energiekosten in Europa und den riesigen Wachstumschancen in China. Der Wirtschaftsredakteur Alistair Osborne schrieb im Daily Telegraph: „Jim Ratcliffe ist zwar kein bekannter Name, aber es ist nicht leicht, einen anderen britischen Industriellen zu finden, der in 15 Schwindel erregenden Jahren ein Unternehmen aus dem Nichts zu einer globalen Umsatzmaschine mit einem Wert von 43 Milliarden US-Dollar (27,5 Milliarden Pfund) aufgebaut hat. Ratcliffe ist ein Mann mit umfassender Erfahrung. Wenn er also sagt, dass Großbritannien bisher kein sehr attraktiver Standort für die Fertigungsindustrie war bzw. Großbritannien bei Schiefergas und Atomkraft endlich eine wichtige Rolle übernehmen soll, wird seine Meinung gehört.“ In einem Interview mit Brian Carney, Redakteur des The Wall Street Journal, wurde Jim gefragt, was die USA unternehmen könnten, um das Leben für die Wirtschaft in Amerika besser zu machen. „Reduziert die Körperschaftssteuer“, lautete seine prompte Antwort. „Das ist das Einzige, was mir Bauchschmerzen bereitet. Wenn sie auf etwa 30 Prozent reduziert würde, wären die USA unschlagbar.“ In einem Interview mit Stanley Reed von der New York Times sprach Jim darüber, warum er nicht akzeptieren könne, dass die gewinnbringenden Standorte in den USA die verlustreichen Standorte in Europa unterstützen sollen. Bernd Freytag sprach mit INEOS für einen Artikel, den er für die Frankfurter Allgemeine Zeitung verfasste. Darin schrieb er dem Unternehmen eine Vorreiterrolle zu, nachdem es die Entscheidung getroffen hatte, günstiges und aus Schiefer gewonnenes Ethangas zu importieren, um die Betriebskosten der europäischen Kracker von INEOS zu reduzieren. Mit Verweis auf Jim fügte Bernd hinzu: „Er zeichnet ein eher düsteres Bild der petrochemischen Industrie in Europa und sagt schwere Zeiten voraus. Er teilt nicht die Meinung einiger Experten, die ein baldiges Ende des Schiefergasbooms in den USA vorhersagen. Mit dieser Meinung steht er zwar allein da, aber er glaubt, das sei Unsinn.“ Eine ähnliche Geschichte erschien in Le Monde. „Europa ist gerade kein guter Unternehmensstandort, und es wird noch schlimmer“, schrieb der Londoner Korrespondent von Le Monde, Eric Albert, in seinem ersten Interview mit dem Unternehmen. „Ich denke, die Menschen sind sich noch nicht bewusst, welche Probleme auf sie zukommen.“ In Zeitungen in Norwegen und China wurden zudem Interviews von Cecily Liu, Reporterin bei The China Daily, veröffentlicht. Darin ging es um den riesigen Markt für Petrochemikalien und die konstante Nachfrage, die Chinas Wachstum ankurbelt. „Ich kenne INEOS nur durch das Joint Venture mit PetroChina, wusste aber nur sehr wenig über Jim“, erzählte sie INCH. „Nach Grangemouth meldete er sich in den Medien öfter und deutlicher zu Wort. Er weiß scheinbar ganz genau, wie er sein Talent am besten nutzen kann und ist risikobereiter als viele andere.“ Eines der Probleme von INEOS ist inzwischen gelöst. „INEOS ist so schnell gewachsen, dass die öffentliche Meinung über uns damit nicht Schritt halten konnte“, erklärt Tom Crotty, Group Director for Corporate Affairs. „Selbst einige unserer Kunden sagten uns, dass wir ihrer Ansicht nach, in Anbetracht unserer Unternehmensgröße, uns zu sehr mit Äußerungen zum Markt zurückhielten. Investoren und die Medien gaben uns zu verstehen, dass wir mit unserer Meinung nicht hinter dem Berg halten sollten.“ Heute kann man INEOS diesbezüglich nicht mehr kritisieren.

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